Aktuelles

Neuigkeiten und Archiv

30. November 2023

Veranstaltungshinweis 30. November 2023 Vortrag von Andre Wolf ”Angriff auf die Demokratie”

Andre Wolf referiert über die Rolle der sozialen Medien. Interessante Einblicke in die demokratiegefährdende Rolle von Fake News. – Wie können wir sie erkennen? – Wie können wir dem entgegenwirken? Spielen Fake News auch eine Rolle beim Antiziganismus? am 30.11.2023 um 18:00 Uhr Veranstaltungsort: Königstr.3, 32423 Minden Eintritt frei

25.11.2023 Herzlichen Dank lieber Heinrich von der Haar, für Ihre Lesung aus ”Mein Himmel brennt”

22.November 2023

22.November 2023 Workshop

Workshop und Filmvorführung ”die Mulfinger-Sinti- Kinder” mit Schüler und Schülerinnen der Kurt-Tucholsky-Gesamt Schule Minden. (Die Sinti-Kinder von Mulfingen waren Kinder aus Sinti-Familien, die bis 1944 im katholischen Kinderheim St. Josefspflege in Mulfingen lebten und dann fast alle nach Auschwitz deportiert wurden.)
15. November 2023

15. November 2023 Workshop

Workshop mit Schüler und Schülerinnen der Kurt-Tucholsky-Gesamt Schule Minden
25.November 2023

Veranstaltungshinweis 25.November 2023 Roman-Lesung und Gespräch mit dem Autor Dr. Heinrich von der Haar aus seinem Buch ”Mein Himmel brennt”

Das Münsterland in den Fünfzigerjahren. Seit seiner frühesten Kindheit kennt der Bauernjunge Heini nur Arbeit. Von morgens bis abends schuftet er auf dem Hof seines starrköpfigen Vaters. Von ihm immer wieder verprügelt, von seinen Geschwistern unverstanden, von seiner immer schwangeren Mutter nicht wirklich geliebt, ohne richtige Freunde, sucht Heini Trost und Halt im Glauben. Zweifel und Selbstzweifel nagen an dem Jungen, der gegen das dörfliche Leben und die Strenge und den Willen seines Vaters aufbegehrt. Doch in seinem Kampf um Unabhängigkeit und Freiheit bleibt Heini allein. Als er auch noch von einem Kirchenvertreter sexuell missbraucht wird, bricht seine Welt zusammen. Zweifelnd und verzweifelnd versucht der Junge, seinen Weg – gegen Vater, Familie, Kirche und Dorf – zu gehen. Der Glaube an das Schöne lässt ihn nicht aufgeben: Er lernt das Mädchen Isolde kennen … Eine traurige und zugleich wunderbare Hommage an das Leben und an die Hoffnung. Wir freuen uns sehr, Dr. Heinrich von der Haar für eine Lesung aus Mein Himmel brennt das den 1. Preis des Roman-Wettbewerbs 2010 von romansuche.de gewonnen hat. Datum: 25. November 2023 Uhrzeit: 18:00 Uhr Ort: Verein Deutscher Sinti e.V. Minden, Königstr.3, 32423 Minden Eintritt Frei
23.11.2023

Veranstaltungshinweis 23. November 2023 – 17:00 Uhr Kreissitzungsaal Minden Ausstellung „Gegenwärtig”

Am Donnerstag, den 23. November 2023 – 17:00 Uhr Kreissitzungsaal Minden Ausstellung „Gegenwärtig 267 Opfer rechter Gewalt seit 1990“ Vortrag Referent Thomas Billstein „Kein Vergessen“ Thema: Opfer rechter Gewaltideologie nach 1945
30.09.2023

30.September 2023 Interkulturellen Wochen unter dem Motto ”Neue Räume”

Das Sinti-Trio aus Bremerhaven Gimanto, Lamar und Andere werden Sie mit toller Live-Musik begeistern! Alle sind willkommen! Ort: Verein Deutscher Sinti e.V. Minden Königstr.3, 32423 Minden Uhrzeit: 15:00 Uhr Eintritt frei
12. September 2023

12 .September 2023 Führung durch die Ausstellung ”Der nationalsozialistischer Völkermord an den Sinti und Roma Europas”

Weiterbildung mit Lehrkräfte und pädagogisches Fachpersonal vom Kommunales Integrationszentrum Bielefeld.
12. September 2023

12. September 2023 ”Podiumsdiskussion zu Gewalt im Fußball”

Auf Einladung von meinen Freund Dr. Henry Wahlig, gestern im Deutschen Fußball Museum Dortmund ”Podiumsdiskussion zu Gewalt im Fußball” v.l.Manuel Neukirchner, Direktor des Deutschen Fußball Museum Eugen Gehlenborg ehemaliger DFB-Vizepräsident der DFB- Stiftung
2. August 2023

2. August 2023 ”Europäischer Holocaust-Gedenktag”

Vielen Dank an Prof. Wolfhard Winkelmüller für seine Lesung aus seinem Buch „Tränen, die nicht trocknen”
2. August 2023

2.August 2023 Lesung Prof.Dr. Wolfhard Winkelmüller aus seinem Buch: „Tränen,die nicht trocknen”

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde! Am 2. August gedenken wir der letzten 4.300 Sinti und Roma des Deutschen NS-Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, die in dieser Nacht des Jahres 1944 von der SS ermordet wurden. In Erinnerung an die insgesamt 500.000 Sinti und Roma, die im nationalsozialistisch besetzten Europa ermordet wurden. Datum: 2. August 2023 Veranstaltungsort: Königstr.3, 32423 Minden Beginn: 18 Uhr Eintritt frei

10. Juni 2023 Mal-Workshop mit der Künstlerin Giesela Wäschle aus Bielefeld

3. Juni 2023 Alodia, du bist jetzt Alice! Lesung von Reiner Engelmann

Kinderraub und Zwangsadoption im Nationalsozialismus Reiner Engelmann: Alodia, du bist jetzt Alice! Alodia Witaszek ist fünf Jahre alt, als der nationalsozialistische Terror sie jäh aus ihrem vertrauten Leben reißt. Als Widerstandkämpfer gegen die deutsche Besatzung in Polen wird ihr Vater hingerichtet, während man ihre Mutter nach Auschwitz deportiert. Die blonde und blauäugige Alodia jedoch wird als »rassenützlich« befunden und als »Geschenk des Führers« einer deutschen Familie zur Adoption übergeben. Nach Kriegsende sucht Alodias leibliche Mutter zwei Jahre lang nach ihrem verschleppten Kind. Mit Erfolg: Alodia kehrt in ihre fast vergessene Familie zurück und muss ihre Muttersprache neu lernen.
9. Mai 2023

9. Mai 2023 „Gegen das Vergessen! – 75 Jahre Menschenrechte

Wir begrüßen herzlich Georg Murra-Regner, Vorsitzender der Synagoge Dornum und Reiner Liebau zu einem Vortrag: „Gegen das Vergessen! – 75 Jahre Menschenrechte“ Ort: Verein Deutscher Sinti e.V. Königstr.3, 32423 Minden Datum: 9.05.2023 19:30 Uhr Eintritt frei

28. März 2023 Workshop Spurensuche

Sinti und Roma Jugendliche im Kommunalarchiv Minden
24.01.2023

24. Januar 2023 !Nie Wieder-Auftaktveranstaltung auf dem DFB-Campus

18.11.2022

18.November 2022 Musikabend im Bunker

23. September 2022

2022 Audiopreis der Landesanstalt für Medien NRW

02.08.2022

2. August 2022 Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma

Anlässlich des Europäischen Holocaust- Gedenktages für Sinti und Roma am 2. August 2022 gedenken wir mit eindrucksvollen und bewegenden Ansprachen von dem Holocaust-Überlebenden Dieter Flack, aus Ingolstadt, von dem Mindener Bürgermeister Michael Jäcke, von Markus Priesterath, BMI sowie der Bundestagsabgeordneten Schahina Gambir, der letzten 4.300 Sinti und Roma des Deutschen NS-Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, die in dieser Nacht des Jahres 1944 von der SS ermordet wurden.
9. April 2022

9. April 2022 Eröffnung Sportausstellung ”Sinti und Roma Sportler”

15.10.2021

15.Oktober 2021Eröffnung des Projektes ”Mer Ketne-Wir zusammen!”

14.September 2019

14.September 2019 Lesung ”Hotel Dellbrück” Autor Michael Göring

Dezember 1938: Sigmund, 15 Jahre alt, sitzt im Zug nach England. Sigmund ist Jude, Waisenkind, aufgewachsen im Hotel Dellbrück, dem Bahnhofshotel einer westfälischen Kleinstadt. Mit dem Kindertransport kommt er nach Cornwall, wo er von einem methodistischen Ehepaar aufgenommen wird. Hier überlebt er den Krieg und den Holocaust, studiert und wird Lehrer. 1949 entscheidet sich Sigmund für die Rückkehr nach Deutschland. Er unterrichtet an derselben Schule, an der er 12 Jahre zuvor als „Judenlümmel“ schikaniert wurde. Sigmund heiratet Maria, die Tochter des Hoteliers Tono Dellbrück, mit der er vor seiner Flucht nach England aufgewachsen ist. Doch Sigmund fällt es schwer, im Nachkriegsdeutschland heimisch zu werden. Auch sein Sohn Friedemann, der 1955 auf die Welt kommt, ist lange auf der Suche nach Heimat und Bindung. Nach dem Abitur fährt er 1975 mit dem Magic Bus das erste Mal nach Indien, später lebt er eine Zeit in Poona und zieht Anfang der 1990er Jahre mit seiner Freundin Cleo nach Australien. Der Ankerpunkt in Deutschland bleibt das alte Hotel Dellbrück. Als Frido 2018 auf Besuch in Deutschland vor dem Hotel steht, ist es ein Flüchtlingswohnheim. Unerwartet stark empfindet der jetzt 63-jährige die Kräfte des Ortes, der ihn und seinen Vater einst so sehr geprägt hat. Der Gang durch das ehemalige Hotel verändert Fridos Leben. Göring greift in diesem Roman erneut zu großen Themen und erzählt sie spannend, einfühlsam und mit leichter Hand: Wie sehr prägt das Schicksal des jüdischen Vaters, der zwischen Schuld- und Hassgefühlen nicht zur Ruhe kommt, den Sohn Frido? Wo findet man Heimat? Wie meistert der Einzelne die Sehnsucht nach Spiritualität und Bindung? Frido stellt die Frage radikal: Wann macht das Leben Sinn? Und wie zuvor Sigmund erlebt auch Frido, wie wichtig es ist, den rechten Moment nicht zu verpassen, wenn man mutig springen und sich Unbekanntem öffnen muss.
7. September 2019

7. September 2019 Lesung und Vortrag des Autors Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm von Hase „Hitlers Rache”

Hitlers Rache: Das Stauffenberg-Attentat und seine Folgen für die Familien der Verschwörer 20. Juli 1944. Stauffenberg zündet eine Bombe, um Hitler zu töten. In Berlin läuft der Putsch Walküre an. Wehrmachtkommandant Paul von Hase soll das Regierungsviertel abriegeln. Erstmals veröffentlicht nun sein Sohn, Friederich-Wilhelm von Hase ein Cousin Dietrich Bonhoeffers, Berichte aus dem Familienarchiv. Zusammen mit berührenden Schilderungen der Angehörigen des Grafen Stauffenberg und weiterer Widerständler wird die bisher wenig bekannte menschliche Dimension des Attentats für die Familien deutlich. Ergänzend erläutern Experten geschichtliche Hintergründe, darunter die wenig bekannte christliche Motivation der Verschwörer.
19.Mai 2019

19. Mai 2019 Holocaust-Überlebende Erna de Vries ”Ich wollte noch einmal die Sonne sehen”

Herzlichen Dank, an Erna de Vries für ihre bewegenden Worte „Ich wollte noch einmal die Sonne sehen” über ihr schweres Schicksal in Auschwitz-Birkenau. Die letzten Worte ihrer geliebten Mutter „Du wirst überleben und erzählen was man mit uns gemacht hat” Vielen herzlichen Dank an Prof. Wolfgang Hempel der diese wichtige Veranstaltung möglich gemacht hat. Vielen Dank an Jens Vogel für seine Hilfsbereitschaft! 19. Mai 2019 im Verein Deutscher Sinti e.V. Minden Vielen Dank! an unsere Gäste und Freunde! Lieber Romani, ich will Dir gegenüber meinen aufrichtigen Dank aussprechen das Du am Sonntag an unsere Veranstaltung in Minden teilgenommen hast. Ich weiß, dass Du die ganze Woche unterwegs gewesen bist, das Du dann am Samstag von Heidelberg nach Minden kommst um an unsere Veranstaltung mit einer der letzten Zeitzeuginnen der Holocaust-Überlebenden Erna de Vries teilnimmst, das ist bemerkenswert und keine Selbstverständlichkeit. Da ich dein Arbeitspensum seit Jahren kenne und Du jeden Tag unsere Arbeit gegen all nur erdenklichen Widerständen voran bringst kann ich sagen das Du noch das gleiche Feuer verspürst wie in jungen Jahren, deshalb freue ich mich auf die nächsten Jahre unserer Zusammenarbeit! Ich bin Stolz sagen zu dürfen, das wir beide Freunde sind!
2. April 2019

2. April 2019 Veranstaltung im Rahmen der Frühjahrstagung Child Survivors Überlebende Kinder der Shoah

29. März 2019

29. März 2019 Ehrung Dr. Laudris Hölscher

Sinti und Roma ehren langjährigen deutschen Generalkonsul in Krakau, Dr. Laurids Hölscher und seine Ehefrau Lee Elisabeth Hölscher-Langner für ihr herausragendes persönliches Engagement für Überlebende des Holocaust Das Ehepaar Hölscher engagiert sich seit seiner Ankunft in Polen im Jahr 1991, als Dr. Laurids Hölscher Generalkonsul der BRD in Krakau wurde, für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, darunter auch viele Holocaustüberlebende der Sinti und Roma. Als Organisatorin eines Freiwilligendienstes in Krakau und Umgebung hat Frau Hölscher-Langner es sich zur Aufgabe gemacht, den oft in Isolation und Armut lebenden ehemaligen Häftlingen der Konzentrations- und Vernichtungslager bei der Bewältigung ihres Alltags zu helfen und ihnen in ihren letzten Lebensjahren oder Monaten beizustehen. Dabei wird sie von Jugendlichen aus ganz Europa unterstützt, die ihr vor allem die Dresdner “Initiative Christen für Europa” (ICE) vermittelt. Am 6. Oktober 2008 zeichnete der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland Frau Hölscher-Langner in Anerkennung ihrer Verdienste insbesondere für die polnischen Überlebenden des Holocaust mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse aus. In Polen wird das ehrenamtliche Engagement des Ehepaares Hölscher schon seit Jahren sehr positiv zu Kenntnis genommen. Beide sind seit 2016 “Ehrenbürger von Proszowice” und wurden 2018 mit der Verdienstmedaille “Polonia Minor” ausgezeichnet. Seit vielen Jahren lädt das Ehepaar Hölscher überdies anlässlich des Internationalen Roma Gedenktages am 2. August Überlebende der Sinti und Roma aus Deutschland in ihr Haus in Krakau ein und ermöglicht dort eine Begegnung mit jungen Menschen aus aller Welt. Für die Überlebenden ist diese Einladung ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung. Die Familie von Dr. Laurids Hölscher ist der Stadt Heidelberg seit vielen Generationen eng verbunden.
27.März 2019

27. März 2019 Rom Archive

Die Projektinitiatorinnen Franziska Sauerbrey und Isabel Raabe, die Kulturstiftung des Bundes, die Bundeszentrale für politische Bildung und das Dokumentations-und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma haben sich darauf verständigt, dass das Heidelberger Zentrum das RomArchive übernehmen wird, nachdem ursprünglich das in Berlin ansässige Europäische Roma-Institut für Kunst und Kultur (ERIAC) als zukünftige Trägerinstitution vorgesehen war. Als wissenschaftliche Facheinrichtung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma verfügt das bereits in den 1990er Jahren gegründete Dokumentationszentrum über jahrelange Forschungserfahrung, ein europaweites Netzwerk und die nötige politische Reputation, um das umfangreiche RomArchive künftig erfolgreich führen zu können. Sowohl das Dokumentationszentrum als auch das ERIAC betonen ihr Interesse an einer engen Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung des RomArchive. Der Übernahmevertrag wurde am 27. März 2019 von Romani Rose für das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma unterzeichnet. „Mit der Übernahme der Trägerschaft des Projekts RomArchive unterstreicht das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, wie wichtig es ist, die vielfältigen kulturellen Beiträge, die Angehörige unserer Minderheit in ganz Europa geleistet haben und immer noch leisten, sichtbar zu machen“, betont Romani Rose. „Denn nur durch die Dokumentation des kulturellen Erbes von Sinti und Roma und der Verdeutlichung des hohen Werts dieser lange ausgegrenzten Kultur kann der Antiziganismus bekämpft und wirkungsvoll zurückgedrängt werden.“ Die Projektinitiatorinnen Isabel Raabe und Franziska Sauerbrey freuen sich „mit dem Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma eine Institution gefunden zu haben, die den Anforderungen der Anschlussförderung entspricht, und insbesondere, dass das Dokumentationszentrum das Archiv ausbauen und weiterwachsen lassen möchte. Wir sind sehr gespannt auf die weitere Entwicklung von RomArchive.“ RomArchive, das digitale Archiv der Sinti und Roma ist online unter www.romarchive.eu zugänglich. Ausführliche Bildbeschreibung: Foto von der Vertragsunterzeichnung am 27. März 2019 (c) Nihad Nino Pušija, v.l.n.r., vorne: Isabel Raabe (RomArchive – Digitales Archiv der Sinti und Roma), Romani Rose (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma), Franziska Sauerbrey (RomArchive – Digitales Archiv der Sinti und Roma); hinten: Emran Elmazi (Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma), Oswald Marschall (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma), Hortensia Völckers (Kulturstiftung des Bundes), Kirsten Haß (Kulturstiftung des Bundes), Herbert Heuß (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
11. Januar 2019

11. Januar 2019 Sinti – Roma – Sport – Ausstellung im Rahmen der Veranstaltung Nie wieder des diesjährigen Mottos ”Erinnern reicht nicht” in Frankfurt

14. Dezember 2018

14. Dezember 2018 Pressemitteilung Erhalt der Gräber

Pressemitteilung Zentralrat Deutscher Sinti und Roma 14.12.2018 Romani Rose: Ein historischer Tag für die Minderheit Heute wurde im Rahmen eines feierlichen Staatsaktes im Bundesrat anlässlich des jährlichen Gedenkens an den NS-Völkermord an den Sinti und Roma die „Bund-Länder-Vereinbarung betreffend den Erhalt der Gräber der unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgten Sinti und Roma“ durch Bundesministerin Dr. Giffey für die Bundesregierung unterzeichnet. Zuvor hatten am 5. Dezember 2018 die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder während der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin die Vereinbarung gezeichnet. Mit dieser Vereinbarung wurde der am 8. Dezember 2016 durch die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und –chefs der Länder verabschiedete Beschluss zum dauerhaften Erhalt der Grabstätten jetzt in eine bundeseinheitliche Regelung umgesetzt, die mit der heutigen Unterzeichnung in Kraft tritt. An der feierlichen Unterzeichnung der Bund-Länder-Vereinbarung nahmen neben Bundesratspräsident Daniel Günther, Bundesministerin Dr. Giffey und dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder, Vertreter der beiden großen Kirchen und des Städtetags, die Vorstände des Zentralrats und seiner Landesverbände sowie Überlebende des Holocaust teil. „Nach den langen Verhandlungen des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma mit Bund, Ländern und Kommunen ist der heutige Tag für den Zentralrat und für die gesamte Minderheit ein historisches Datum. Mit dieser Vereinbarung werden die Grabstätten von Überlebenden des NS-Völkermords in den Kommunen und in den Städten als Familiengedächtnisstätten und als öffentliche Lernorte für die nachkommenden Generationen dauerhaft erhalten. Mit dem Erhalt der Grabstätten wird das ehrende Gedenken an unsere Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet worden sind, gewahrt und an das schlimme Schicksal unserer Minderheit im Holocaust erinnert“, so der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose, heute im Bundesrat. „Mein Dank gilt der Bundeskanzlerin und allen Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder und insbesondere dem Deutschen Städtetag sowie den beiden großen Kirchen, die uns bei diesem wichtigen Anliegen geschlossen unterstützt haben. Besonderer Dank gilt Bundesministerin Giffey und den Mitarbeitern ihres Hauses, die die komplexen Verhandlungen zu diesem guten Ergebnis geführt haben“, so Rose weiter. Für die Familien der Sinti und Roma ist der dauerhafte Erhalt der Grabstätten als Familiengedächtnisstätten und als geschützte Gedenkorte von großer Bedeutung, auch weil es für die meisten ihrer im Nationalsozialismus ermordeten Angehörigen nirgendwo eine Grabstelle gibt. Gleichzeitig sind diese Grabstätten Plätze von historischer Bedeutung und, aufgrund ihrer besonderen Geschichte, öffentliche Lernorte vor allem dort, wo mit besonderen Grabinschriften und -tafeln auf das Schicksal der Bestatteten hingewiesen wird. Ihr Erhalt liegt insofern nicht nur im Interesse der betroffenen Familien, sondern ist ein grundlegender Beitrag für die politische Bildungsarbeit und die deutsche Erinnerungskultur. „Unsere Gräber sind die letzten Spuren derer,die die Schrecken des Holocaust überlebt haben. Sie sind die Zeugen des Völkermords an den Sinti und Roma und als solche ein Vermächtnis für unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat“, so der Zentralratsvorsitzende.
22. November 2018

22. November 2018 Ehrung für Prof. Wolfgang Hempel durch Dr.h.c. Hinrich Enderlein anlässlich des 50-jährigen Jubiläums in der FDP Gaggenau

29. Juni 2018

29. Juni 2018 Kontinuierlicher Dialog: Gespräch des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma mit dem ZDF über rassistische Diskurse in der deutschen Öffentlichkeit

Kontinuierlicher Dialog: Gespräch des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma mit dem ZDF über rassistische Diskurse in der deutschen Öffentlichkeit. Der Stv. Chefredakteur des ZDF, Elmar Theveßen, und der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, blicken mit großer Sorge auf den zunehmenden Rassismus und Rechtspopulismus im medialen Diskurs in Deutschland. Die Medien haben eine große Verantwortung für den Schutz der demokratischen Gesellschaft und insbesondere für den Schutz vor Diskriminierung von Minderheiten in der medialen Repräsentation. Dies wurde deutlich im Gespräch der ZDF-Leitung mit einer 30-köpfigen Delegation des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma und dessen Landesverbände am 29. Juni 2018 im ZDF-Hauptsitz in Mainz. Das ZDF führt seit Jahren den Dialog mit dem Zentralrat in Form von Redaktionsgesprächen. Die Sendung “Drehscheibe” brachte als erste in ihrer Reihe “Drehscheibe” eine Serie von Portraits mit deutschen Sinti oder Roma, u.a. mit dem Dirigenten der Roma-Philharmoniker, Riccardo M Sahiti. Der stellvertretende Vorsitzende des Dokumentationszentrums, Oswald Marschall, unterstrich die Bedeutung der medialen Darstellung, durch die das Bild der Mehrheitsgesellschaft von der Minderheit immens beeinflusst wird und die – wie das Beispiel des antiziganistischen Films “Nellys Abenteuer“ (ARD) zeigte, oftmals von stigmatisierenden Klischees geprägt ist. “Umso wichtiger sei der Anspruch des ZDF, Sinti und Roma in Deutschland als selbstverständlichen Teil der Bevölkerung zu zeigen und dies in allen Fernsehformaten des ZDF”, so Marschall. Der Zentralrat sieht sich nach wie vor mit schwierigen Auseinandersetzungen und fehlendem Bewusstsein für Antiziganismus in zahlreichen öffentlich-rechtlichen wie auch privaten Sendern konfrontiert. Kritisch betrachtet wurden von Sender und Zentralrat die Änderungen des Pressekodexes durch den Deutschen Presserat, welche die eindeutigen Richtlinien für Journalisten aufweichen. Deutlich wurde bei diesem Gespräch jedoch, dass Medien ihre vielfältigen Formate und Möglichkeiten nutzen können, um eine ausgewogene, vorurteilsfreie und positive Berichterstattung über Minderheiten und Diversität in der Gesellschaft zu gewährleisten. Nach Ansicht des Zentralrats sollten insbesondere die 600-jährige Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland, wie auch Antiziganismus in den Medien als fester Bestandteil in der Aus- und Weiterbildung für Journalisten bei der ARD/ZDF-Medienakademie aufgenommen werden.
1. Juni 2018

1. Juni 2018 Schauspieler Ulrich von Dobschütz und Prof. Wolfgang Hempel

11.11.2017

11.11.2017 „…überhaupt fehlst Du mir sehr.„ Der Briefwechsel von Manuel Goldschmidt und Claus Victor Bock (1945-1951)

Herzlichen Dank an Prof.e.h. Wolfgang Hempel, Wilhelm-Fraenger-Gesellschaft Potsdam für die Organisation der Vorstellungsreise in Minden,Petershagen,Hamburg,Berlin,Weimar,Halberstadt und Heidelberg, um uns einen faszinierenden Einblick in die geschlossene Welt des Frommel-Kreises zu geben.
2. November 2017

2. November 2017 ”Selbstverständnis Minderheiten”

Vortrag von Herrn BA Koschyk ‚Selbstverständnis Minderheiten. Was versteht man unter einer autochthonen, nationalen Minderheit/Volksgruppe‘ am 2. November 2017 in Minden Für die heutige Einladung zu Ihrer Veranstaltung danke ich sehr herzlich. Ich freue mich, Ihnen die Grüße der Bundesregierung und hier insbesondere meines Interims-Nachfolgers im Amt des Beauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Herrn Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Günter Krings MdB, zu übermitteln, der nach meinem Ausscheiden bis zur Berufung einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers durch die künftige Bundesregierung die Amtsgeschäfte führt. Dem Wunsch heute zum Thema „Selbstverständnis Minderheiten. Was versteht man unter einer autochthonen, nationalen Minderheit/Volksgruppe“ vorzutragen komme ich gern nach, denn in meiner Zeit als Beauftragter ist mir klar geworden, dass nicht nur die Mehrheitsbevölkerung unter einem Informationsdefizit hinsichtlich der nationalen Minderheiten in Deutschland leidet. Auch bei den Angehörigen dieser Minderheiten und Sprachgruppen herrscht gelegentlich kein klares Bild über ihren Status, ihre gesellschaftliche Einbindung und ihre Möglichkeiten der Teilhabe. Die Angehörigen der nationalen Minderheiten in Deutschland sind ein wichtiger Teil der deutschen Gesellschaft. Sie bewahren jahrhundertealte Sitten und Gebräuche sowie ihre eigenen Sprachen, die ihre kulturelle Identität ausmachen. Sie benötigen nicht nur die Unterstützung der Mehrheitskultur in Deutschland, sondern auch politische Unterstützung für die Umsetzung ihrer Anliegen. In Deutschland leben vier anerkannte nationale Minderheiten: die dänische Minderheit im Norden Schleswig-Holsteins, die friesische Volksgruppe im Nordwesten Schleswig-Holsteins und im nordwestlichen Niedersachsen, das sorbische Volk im Südosten Brandenburgs und im östlichen Sachsen sowie die deutschen Sinti und Roma, die traditionell – meist in kleinerer Zahl – nahezu in ganz Deutschland leben. Als nationale Minderheiten hat die Bundesrepublik Deutschland jene Bevölkerungsgruppen anerkannt, die folgende Kriterien erfüllen: • ihre Angehörigen sind deutsche Staatsangehörige, • sie unterscheiden sich vom Mehrheitsvolk durch eine eigene Sprache, Kultur und Geschichte, also durch eine eigene Identität, • sie wollen diese Identität bewahren, • sie sind traditionell – also in der Regel seit Jahrhunderten – in Deutschland heimisch und • sie leben innerhalb Deutschlands in angestammten Siedlungsgebieten. Das Merkmal der traditionellen Ansiedlung auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland unterscheidet die nationalen Minderheiten von Zuwanderergruppen, die nicht traditionell in Deutschland heimisch sind. Ethnische Gruppen von Migranten und deren Nachfahren haben daher in Deutschland nicht den Status einer nationalen Minderheit. Die Angehörigen der nationalen Minderheiten sind deutsche Staatsangehörige. Sie genießen alle Rechte und Freiheiten des Grundgesetzes ohne Beschränkung. Das Bekenntnis zu einer der nationalen Minderheiten ist frei. Die Zugehörigkeit zu einer Minderheit ist die persönliche Entscheidung eines jeden Einzelnen, die von Staats wegen nicht registriert, überprüft oder bestritten wird. Jede der vier nationalen Minderheiten definiert sich vor allem über ihre eigene Sprache. Sie ist identitätsstiftend und daher von besonderer Bedeutung für die Minderheiten. Deshalb genießen die sechs Minderheitensprachen in Deutschland – Dänisch, Nordfriesisch, Saterfriesisch, Romanes, Niedersorbisch und Obersorbisch einen besonderen Schutz. Als eigenständige Sprache ebenfalls geschützt wird die Regionalsprache Niederdeutsch, die in acht der sechzehn Bundesländer gesprochen wird. Der besondere rechtliche Status der nationalen Minderheiten und ihrer Sprachen sowie der Regionalsprache Niederdeutsch beruht im Wesentlichen auf dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte der Vereinten Nationen sowie auf zwei Abkommen des Europarates, die in Deutschland Verbindlichkeit genießen: dem Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten und der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Ein Meilenstein zur verbindlichen Festschreibung von Minderheitenrechten war der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte der Vereinten Nationen von 1966, in dessen Artikeln 26 und 27 – also unmittelbar aufeinanderfolgend – geregelt ist: Art. 26: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Diskriminierung Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. In dieser Hinsicht hat das Gesetz jede Diskriminierung zu verbieten und allen Menschen gegen jede Diskriminierung, wie insbesondere wegen der Rasse, der Hautfarbe, des Geschlechts, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen oder sozialen Herkunft, des Vermögens, der Geburt oder des sonstigen Status, gleichen und wirksamen Schutz zu gewährleisten.“ Art. 27: „In Staaten mit ethnischen, religiösen oder sprachlichen Minderheiten darf Angehörigen solcher Minderheiten nicht das Recht vorenthalten werden, gemeinsam mit anderen Angehörigen ihrer Gruppe ihr eigenes kulturelles Leben zu pflegen, ihre eigene Religion zu bekennen und auszuüben oder sich ihrer eigenen Sprache zu bedienen.“ Das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten verbietet jede Diskriminierung einer Person wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit sowie eine Assimilierung gegen ihren Willen. Aus der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit dürfen einer Person keine Nachteile erwachsen. Das Rahmenübereinkommen verpflichtet die Vertragsstaaten insbesondere zum Schutz derjenigen Freiheitsrechte, die für die Angehörigen nationaler Minderheiten von besonderer Bedeutung sind: Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, Meinungsfreiheit sowie Gewissens- und Religionsfreiheit. Darüber hinaus verpflichtet das Abkommen zu umfangreichen Fördermaßnahmen im Bereich der Bildung, der Kultur, des Schulwesens und des gesellschaftlichen Lebens. Die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen des Europarats knüpft an das unveräußerliche Recht der Menschen an, sich im privaten und öffentlichen Leben ihrer eigenen Regional- und Minderheitensprachen zu bedienen. Die Sprachencharta sieht Schutz- und Fördermaßnahmen zugunsten dieser Sprachen vor. Sie beziehen sich etwa auf das Bildungswesen, auf die Verwendung der Sprachen in Gerichtsverfahren, vor Verwaltungsbehörden, in Rundfunk und Presse, bei kulturellen Tätigkeiten und Einrichtungen sowie im wirtschaftlichen und sozialen Leben. Der in beiden Abkommen festgeschriebene Schutz wird durch Gesetze und Verwaltungshandeln auf Bundes- und auf Landesebene konkretisiert und umgesetzt. Eine besondere Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die finanzielle Förderung der nationalen Minderheiten durch den Bund und die Länder. Alle vier nationalen Minderheiten in Deutschland erhalten von der Bundesregierung finanzielle Mittel zur Pflege ihrer Sprache und Kultur. Auch die Bundesländer, in denen die Minderheiten traditionell heimisch sind, tragen mit eigenen Finanzmitteln zur Förderung der nationalen Minderheiten bei. Die Regionalsprache Niederdeutsch wird ebenfalls vom Bund und den Ländern finanziell gefördert. Die Umsetzung des Rahmenübereinkommens und der Sprachencharta werden durch jährliche Implementierungskonferenzen begleitet, die im Bundesministerium des Innern stattfinden. Teilnehmer sind die mit dem Minderheitenschutz und den Minderheiten- und Regionalsprachen befassten Bundesministerien, die bei den Ländern federführend zuständigen Landesbehörden, Vertreter der Dachverbände der durch die beiden Abkommen geschützten Minderheiten bzw. Sprechergruppen und deren wissenschaftliche Institutionen sowie Vertreter des Europarates. Neben der finanziellen Förderung und weiteren Fördermaßnahmen nichtfinanzieller Art sind für die nationalen Minderheiten aber auch regelmäßige Kontakte zu Regierung und Parlament von großer Bedeutung. Eine besondere Rolle kommt hierbei dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten zu. Das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen wurde 1988 eingerichtet und am Bundesministerium des Innern angesiedelt. 2002 wurde das Amt durch die Beauftragung für die nationalen Minderheiten ergänzt und die Titulatur entsprechend erweitert. Mit dem Beauftragten gibt es einen Ansprechpartner, der die Bundesregierung gegenüber den nationalen Minderheiten vertritt. Er vertritt aber auch die Interessen und Belange der nationalen Minderheiten und der niederdeutschen Sprachgruppe auf bundespolitischer Ebene und wirbt in der Öffentlichkeit für ihre Akzeptanz und Anerkennung, ist also Schaltstelle zwischen Bundesregierung, Parlament und Minderheitenverbänden. Der regelmäßige Austausch der nationalen Minderheiten mit Politik und Verwaltung ist, durch die beim Bundesministerium des Innern angesiedelten sogenannten Beratenden Ausschüsse institutionalisiert worden. Sie kommen in der Regel einmal jährlich zusammen. Ein solcher Beratender Ausschuss ist für jede der vier nationalen Minderheiten sowie für die niederdeutsche Sprachgruppe eingerichtet worden. In den Beratenden Ausschüssen sitzen jeweils Vertreter der Minderheitenverbände, der Bundesregierung und derjenigen Bundesländer, in denen die jeweilige Bevölkerungsgruppe traditionell heimisch ist. Außerdem nehmen regelmäßig Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen an den Sitzungen teil. Die nationalen Minderheiten in Deutschland haben damit jeweils ein eigenes Forum, in dem sie ihre Belange gegenüber Vertretern von Regierung und Parlament vorbringen können und in dem gemeinsam Lösungen für ihre Anliegen erörtert und initiiert werden können. Im März 2015 konnten wir nach langen Beratungen endlich beim Bundesministerium des Innern den Beratenden Ausschuss für die deutschen Sinti und Roma einrichten. Dieses Gremium bietet die Gelegenheit zum unmittelbaren Austausch zwischen Vertretern der Sinti und Roma, Mitgliedern des Deutschen Bundestages sowie Vertretern der deutschen Bundesländer. Ich bin dem Bundesminister des Innern, Herrn Dr. Thomas de Maizière, sehr dankbar dafür, dass er die Konstituierung dieses Beratenden Ausschusses selbst vorgenommen und die erste Sitzung eingangs selbst geleitet hat. Mit dem Beratenden Ausschuss war auch ein Gremium geschaffen worden, durch das die Forderung nach der Einrichtung einer Expertenkommission für Antiziganismus durch den Deutschen Bundestag verstärkt in die öffentliche Debatte getragen werden konnte. Ich habe seit Beginn meiner Amtszeit als Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten im Januar 2014 stark für dieses berechtigte Anliegen geworben. Nach einem Fachgespräch der Koalitionsfraktionen im Februar 2017, einer diesbezüglichen Diskussion im Gesprächskreis Minderheiten des Innenausschusses des Deutschen Bundestages am 31. Mai 2017 sowie einem Berichterstatter Gespräch im Innenausschuss am 19. Juni 2017 fasste dessen Vorsitzender, Ansgar Heveling MdB, in einem Brief an den Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Herrn Romani Rose, das Ergebnis der Beratungen zusammen, wonach eine positive Beschlussfassung des Bundestages gleich zu Beginn der jetzt begonnenen Wahlperiode erfolgen soll. Dieses gilt es in der neuen Wahlperiode auch einzulösen! Die Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingung auf Bundesebene reicht aber nicht aus. Auf allen politischen Ebenen müssen noch große Anstrengungen unternommen werden, um verfestigte Vorurteile vollständig abzubauen und noch bestehende Diskriminierungen zu beseitigen. Ich begrüße es daher sehr, dass die Landesverfassung von Schleswig-Holstein unter seinen zu schützenden nationalen Minderheiten ausdrücklich auch die deutschen Sinti und Roma aufführt. Ebenso wichtig ist, dass die Landesregierungen von Rheinland-Pfalz, Bayern, Bremen, Baden-Württemberg und Hessen mit dem Zentralrat deutscher Sinti und Roma Staatsverträge abgeschlossen haben bzw. abschließen werden, ich würde mich sehr freuen, wenn dieses auch mit den übrigen Bundesländern gelänge. Die Dachverbände der vier nationalen Minderheiten in Deutschland haben sich darüber hinaus zusammen im Minderheitenrat organisiert. Der Minderheitenrat vertritt die gemeinsamen Interessen der vier nationalen Minderheiten in grundsätzlichen Angelegenheiten gegenüber der Bundesregierung und dem Deutschen Bundestag. Der Minderheitenrat wird bei seinen Aufgaben unterstützt durch ein Minderheitensekretariat mit Sitz in Berlin, das auch eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit für die vier nationalen Minderheiten in Deutschland betreibt. Die nationalen Minderheiten in Deutschland haben sich auf diese Weise zu starken Selbstorganisationen entwickelt, die auch auf der politischen Ebene zu wichtigen Akteuren geworden sind. Sie genießen in Deutschland ein vergleichsweise hohes Ansehen und sind als Partner der politisch Verantwortlichen unverzichtbar. Die Achtung und die Förderung der nationalen Minderheiten in Deutschland sind sowohl für den Bund als auch für die Länder eine wichtige Aufgabe. Der Schutz der in Deutschland lebenden nationalen Minderheiten durch Förderung ihrer kulturellen und sprachlichen Identität trägt zur kulturellen Vielfalt Deutschlands bei. Kulturelle Vielfalt wiederum fördert Toleranz, welche unabdingbar für eine gelebte pluralistische Demokratie ist. Nicht nur für den innerstaatlichen Frieden, auch für die friedlichen Beziehungen zu anderen Staaten kann eine gute Minderheitenpolitik von erheblicher Bedeutung sein. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass unzählige Konflikte, Krisen und Kriege in Unterdrückung und Verfolgung von Minderheiten wurzeln. Viele nationale Minderheiten in Europa siedeln diesseits und jenseits von Staatsgrenzen. Die Unterdrückung einer Minderheit diesseits der Grenze führt häufig zu Irritationen im Nachbarstaat mit der Folge, dass die dort lebende Minderheit ebenfalls beeinträchtigt wird. Ein gutes Beispiel für eine gelungene grenzüberschreitende Friedenspolitik ist das Miteinander und die gelungene Integration der deutschen Minderheit im dänischen Nordschleswig und der dänischen Minderheit im deutschen Südschleswig. Es ist deshalb fast vergessen, dass die sogenannte „Schleswig-Holstein-Frage“ zwischen Deutschland und Dänemark noch im 19. Jahrhundert zu den schwierigsten Problemen der europäischen Politik gehörte. Eine erfolgreiche Minderheitenpolitik trägt dazu bei, dass nationale Minderheiten sich selbst als gleichberechtigten Teil der Gesellschaft sehen und von der Mehrheitsbevölkerung als selbstverständlicher Teil des Staatsvolkes wahrgenommen werden. Sie ist daher ein wichtiges Instrument, um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft sicherzustellen. Eine solche Wahrnehmung der nationalen Minderheiten durch die Mehrheitsbevölkerung kann auch beispielgebend sein für die Akzeptanz der in jüngster Zeit nach Deutschland gekommenen schutzbedürftigen Flüchtlinge zusammengefasst bedeutet dies: gut integrierte Minderheiten bereichern das kulturelle und gesellschaftliche Leben, garantieren den demokratischen Frieden innerhalb des Landes und fördern die friedlichen Beziehungen zu den Nachbarstaaten. Dass das so bleibt und sich mit der geschilderten staatlichen Unterstützung positiv weiter entwickeln wird, setzt starke Selbstorganisationen bei den Minderheiten voraus, die diesen Weg gemeinschaftlich mitgehen wollen. Wenn wir zu Recht immer wieder betonen, dass Minderheitenschutz immer auch präventive Friedenspolitik ist, so verwundert es doch sehr, dass ausgerechnet im Gemeinschaftsrecht der Europäischen Union, dieses historisch einzigartigen Friedensprojekts, der Minderheitenschutz nur eine sehr geringe Rolle spielt. Um dem abzuhelfen, hat die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) gemeinsam mit der Demokratischen Allianz der Ungarn in Rumänien, der Südtiroler Volkspartei und der Jugend Europäischer Volksgruppen die Europäische Bürgerinitiative „Minority SafePack“ auf den Weg gebracht und gegen den Widerstand der früheren EUKommission auch durchgesetzt. Nun gilt es, die notwendige Million von Unterschriften zu sammeln. Ich möchte an Sie alle den Appell der Unterstützung dieser großartigen Initiative richten. Der Schutz und die Förderung der nationalen Minderheiten ist daher in Deutschland eine wichtige politische und gesellschaftliche Aufgabe, die auch in Zukunft nichts von ihrer Bedeutung verlieren darf. Es ist mir wirklich ein großes Anliegen, zum Abschluss dem Verein Deutscher Sinti Minden e.V. für die Einladung zu dieser Veranstaltung sowie für die Möglichkeit, zu Ihnen zu sprechen, ganz herzlich zu danken, stellvertretend für alle Mitstreiterinnen und Mitstreitern dem Vereinsvorsitzenden Herrn Oswald Marschall sowie den beiden stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Frau Carmen Marschall-Strauss und Herrn Dr. Silvio Peritore. Ich nutze auch gerne die Anwesenheit des Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Herrn Romani Rose, mich bei ihm für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die mich mit ihm und dem ganzen Zentralrat in den letzten vier Jahren verband, zu bedanken.
5.Oktober 2017

5. Oktober 2017 Workshop Förderschule Minden

5.Oktober 2017

5. Oktober 2017 Besuch von Prof. Guy Stern und Prof.Wolfgang Hempel im Verein Deutscher Sinti e.V. Minden

22. April 2017 Lesung Jacqueline Roussety ”Wenn das der Führer Sähe”

23. März 2017

23. März 2017 Kooperationsvereinbarung mit der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule Minden und dem Verein Deutscher Sinti e.V. Minden unterzeichnet.

Verfasst von Dieter Stuke. Kooperationsvereinbarung zwischen der KTG und dem Bildungszentrum „Mer Ketne“ unterzeichnet Endlich ist es so weit. Nach fast einem Jahr erfolgreicher, inoffizieller Zusammenarbeit, unter anderem bei der Vorbereitung des Holocaust Gedenktages, haben wir mit Unterstützung durch die Bildungspartner NRW am 23.03.2017 eine Kooperation mit dem Bildungszentrum „Mer Ketne“ und dem Dokumentationszentrum Sinti und Roma in Heidelberg geschlossen. Ziel der Vereinbarung ist es, auch zukünftig mit Schülerinnen und Schülern in den Themenbereichen Verfolgung, Ausgrenzung, Integration, Menschen- und Bürgerrechte intensiv und exemplarisch die Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland aufzuarbeiten. Die lokale Initiative von Oswald und Carmen Marschall, unterstützt durch den Vorsitzenden des Zentralrats der Sinti und Roma, Romani Rose, bereichert die Schule mit Informationen, lebhaften Diskussionen und historischen Material. Wir freuen uns über die zukünftige Zusammenarbeit, besonders im Interesse der Schülerinnen und Schüler.
5.März 2017

5.März 2017 Besuch von Prof. Dr. Julius Schoeps Moses-Mendelssohn-Zentrum Potsdam

v.l. Tanja Cummings Filmemacherin LINIE 41 Berlin, Nina Pape GCJZ Minden, Pfarrer Andreas Brügmann St.Simeonis Minden, Prof. Dr. Julius Schoeps Moses-Mendelssohn-Zentrum Potsdam, Wolfgang Battermann Alte Synagoge Petershagen, Oswald Marschall, Pfarrer Bernhard Speller u. Susanne Speller Minden, Prof. e.h. Wolfgang Hempel Fraenger Gesellschaft Potsdam.
29.10.2016

29.Oktober 2016 Eröffnung Bildungszentrum

Am Samstag, den 29. Oktober 2016 eröffnete das neue Bildungszentrum in Minden, ein Begegnungsort von Sinti und Roma sowie anderen interessierten Mindener/-innen. Oswald Marschall, Vorsitzender des Sinti Vereins Minden e.V., setzt sich seit vielen Jahren für die Anliegen von Sinti und Roma in Deutschland ein. Mit dem neuen Bildungszentrum unter seiner Leitung sollen Sinti und Roma vor Ort angesprochen, ihr Selbstbewusstsein gestärkt und die Mehrheitsgesellschaft, Politik und Behörden, für die Anliegen und Wünsche der deutschen Sinti und Roma sensibilisiert werden. Neben viel Prominenz wie Vize-Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann und dem Vizepräsidenten der Evangelischen Kirche von Westfalen, Albert Henz, trafen sich rund 70 Gäste aus Politik, Verbänden, Stiftungen sowie Vertreter/-innen der Kirche, der jüdischen Gemeinde, Interessenvertreter/-innen deutscher Sinti und Roma und interessierte Mindener Bürger/-innen zur Auftaktveranstaltung des Bildungszentrums, um sich darüber auszutauschen, wie die Teilhabe von Sinti und Roma am gesellschaftlichen Leben gewährleistet werden kann. Mit welchen Herausforderungen im täglichen Leben sehen sich Sinti und Roma konfrontiert? Wie kann ein öffentlicher Dialog innerhalb einer Kommune aussehen und wie kann das Engagement von Sinti und Roma unterstützt werden?
30. November 2023

Veranstaltungshinweis 30. November 2023 Vortrag von Andre Wolf ”Angriff auf die Demokratie”

Andre Wolf referiert über die Rolle der sozialen Medien. Interessante Einblicke in die demokratiegefährdende Rolle von Fake News. – Wie können wir sie erkennen? – Wie können wir dem entgegenwirken? Spielen Fake News auch eine Rolle beim Antiziganismus? am 30.11.2023 um 18:00 Uhr Veranstaltungsort: Königstr.3, 32423 Minden Eintritt frei

25.11.2023 Herzlichen Dank lieber Heinrich von der Haar, für Ihre Lesung aus ”Mein Himmel brennt”

22.November 2023

22.November 2023 Workshop

Workshop und Filmvorführung ”die Mulfinger-Sinti- Kinder” mit Schüler und Schülerinnen der Kurt-Tucholsky-Gesamt Schule Minden. (Die Sinti-Kinder von Mulfingen waren Kinder aus Sinti-Familien, die bis 1944 im katholischen Kinderheim St. Josefspflege in Mulfingen lebten und dann fast alle nach Auschwitz deportiert wurden.)
15. November 2023

15. November 2023 Workshop

Workshop mit Schüler und Schülerinnen der Kurt-Tucholsky-Gesamt Schule Minden
25.November 2023

Veranstaltungshinweis 25.November 2023 Roman-Lesung und Gespräch mit dem Autor Dr. Heinrich von der Haar aus seinem Buch ”Mein Himmel brennt”

Das Münsterland in den Fünfzigerjahren. Seit seiner frühesten Kindheit kennt der Bauernjunge Heini nur Arbeit. Von morgens bis abends schuftet er auf dem Hof seines starrköpfigen Vaters. Von ihm immer wieder verprügelt, von seinen Geschwistern unverstanden, von seiner immer schwangeren Mutter nicht wirklich geliebt, ohne richtige Freunde, sucht Heini Trost und Halt im Glauben. Zweifel und Selbstzweifel nagen an dem Jungen, der gegen das dörfliche Leben und die Strenge und den Willen seines Vaters aufbegehrt. Doch in seinem Kampf um Unabhängigkeit und Freiheit bleibt Heini allein. Als er auch noch von einem Kirchenvertreter sexuell missbraucht wird, bricht seine Welt zusammen. Zweifelnd und verzweifelnd versucht der Junge, seinen Weg – gegen Vater, Familie, Kirche und Dorf – zu gehen. Der Glaube an das Schöne lässt ihn nicht aufgeben: Er lernt das Mädchen Isolde kennen … Eine traurige und zugleich wunderbare Hommage an das Leben und an die Hoffnung. Wir freuen uns sehr, Dr. Heinrich von der Haar für eine Lesung aus Mein Himmel brennt das den 1. Preis des Roman-Wettbewerbs 2010 von romansuche.de gewonnen hat. Datum: 25. November 2023 Uhrzeit: 18:00 Uhr Ort: Verein Deutscher Sinti e.V. Minden, Königstr.3, 32423 Minden Eintritt Frei
23.11.2023

Veranstaltungshinweis 23. November 2023 – 17:00 Uhr Kreissitzungsaal Minden Ausstellung „Gegenwärtig”

Am Donnerstag, den 23. November 2023 – 17:00 Uhr Kreissitzungsaal Minden Ausstellung „Gegenwärtig 267 Opfer rechter Gewalt seit 1990“ Vortrag Referent Thomas Billstein „Kein Vergessen“ Thema: Opfer rechter Gewaltideologie nach 1945
30.09.2023

30.September 2023 Interkulturellen Wochen unter dem Motto ”Neue Räume”

Das Sinti-Trio aus Bremerhaven Gimanto, Lamar und Andere werden Sie mit toller Live-Musik begeistern! Alle sind willkommen! Ort: Verein Deutscher Sinti e.V. Minden Königstr.3, 32423 Minden Uhrzeit: 15:00 Uhr Eintritt frei
12. September 2023

12 .September 2023 Führung durch die Ausstellung ”Der nationalsozialistischer Völkermord an den Sinti und Roma Europas”

Weiterbildung mit Lehrkräfte und pädagogisches Fachpersonal vom Kommunales Integrationszentrum Bielefeld.
12. September 2023

12. September 2023 ”Podiumsdiskussion zu Gewalt im Fußball”

Auf Einladung von meinen Freund Dr. Henry Wahlig, gestern im Deutschen Fußball Museum Dortmund ”Podiumsdiskussion zu Gewalt im Fußball” v.l.Manuel Neukirchner, Direktor des Deutschen Fußball Museum Eugen Gehlenborg ehemaliger DFB-Vizepräsident der DFB- Stiftung
2. August 2023

2. August 2023 ”Europäischer Holocaust-Gedenktag”

Vielen Dank an Prof. Wolfhard Winkelmüller für seine Lesung aus seinem Buch „Tränen, die nicht trocknen”
2. August 2023

2.August 2023 Lesung Prof.Dr. Wolfhard Winkelmüller aus seinem Buch: „Tränen,die nicht trocknen”

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde! Am 2. August gedenken wir der letzten 4.300 Sinti und Roma des Deutschen NS-Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, die in dieser Nacht des Jahres 1944 von der SS ermordet wurden. In Erinnerung an die insgesamt 500.000 Sinti und Roma, die im nationalsozialistisch besetzten Europa ermordet wurden. Datum: 2. August 2023 Veranstaltungsort: Königstr.3, 32423 Minden Beginn: 18 Uhr Eintritt frei

10. Juni 2023 Mal-Workshop mit der Künstlerin Giesela Wäschle aus Bielefeld

3. Juni 2023 Alodia, du bist jetzt Alice! Lesung von Reiner Engelmann

Kinderraub und Zwangsadoption im Nationalsozialismus Reiner Engelmann: Alodia, du bist jetzt Alice! Alodia Witaszek ist fünf Jahre alt, als der nationalsozialistische Terror sie jäh aus ihrem vertrauten Leben reißt. Als Widerstandkämpfer gegen die deutsche Besatzung in Polen wird ihr Vater hingerichtet, während man ihre Mutter nach Auschwitz deportiert. Die blonde und blauäugige Alodia jedoch wird als »rassenützlich« befunden und als »Geschenk des Führers« einer deutschen Familie zur Adoption übergeben. Nach Kriegsende sucht Alodias leibliche Mutter zwei Jahre lang nach ihrem verschleppten Kind. Mit Erfolg: Alodia kehrt in ihre fast vergessene Familie zurück und muss ihre Muttersprache neu lernen.
9. Mai 2023

9. Mai 2023 „Gegen das Vergessen! – 75 Jahre Menschenrechte

Wir begrüßen herzlich Georg Murra-Regner, Vorsitzender der Synagoge Dornum und Reiner Liebau zu einem Vortrag: „Gegen das Vergessen! – 75 Jahre Menschenrechte“ Ort: Verein Deutscher Sinti e.V. Königstr.3, 32423 Minden Datum: 9.05.2023 19:30 Uhr Eintritt frei

28. März 2023 Workshop Spurensuche

Sinti und Roma Jugendliche im Kommunalarchiv Minden
24.01.2023

24. Januar 2023 !Nie Wieder-Auftaktveranstaltung auf dem DFB-Campus

18.11.2022

18.November 2022 Musikabend im Bunker

23. September 2022

2022 Audiopreis der Landesanstalt für Medien NRW

02.08.2022

2. August 2022 Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma

Anlässlich des Europäischen Holocaust- Gedenktages für Sinti und Roma am 2. August 2022 gedenken wir mit eindrucksvollen und bewegenden Ansprachen von dem Holocaust-Überlebenden Dieter Flack, aus Ingolstadt, von dem Mindener Bürgermeister Michael Jäcke, von Markus Priesterath, BMI sowie der Bundestagsabgeordneten Schahina Gambir, der letzten 4.300 Sinti und Roma des Deutschen NS-Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, die in dieser Nacht des Jahres 1944 von der SS ermordet wurden.
9. April 2022

9. April 2022 Eröffnung Sportausstellung ”Sinti und Roma Sportler”

15.10.2021

15.Oktober 2021Eröffnung des Projektes ”Mer Ketne-Wir zusammen!”

14.September 2019

14.September 2019 Lesung ”Hotel Dellbrück” Autor Michael Göring

Dezember 1938: Sigmund, 15 Jahre alt, sitzt im Zug nach England. Sigmund ist Jude, Waisenkind, aufgewachsen im Hotel Dellbrück, dem Bahnhofshotel einer westfälischen Kleinstadt. Mit dem Kindertransport kommt er nach Cornwall, wo er von einem methodistischen Ehepaar aufgenommen wird. Hier überlebt er den Krieg und den Holocaust, studiert und wird Lehrer. 1949 entscheidet sich Sigmund für die Rückkehr nach Deutschland. Er unterrichtet an derselben Schule, an der er 12 Jahre zuvor als „Judenlümmel“ schikaniert wurde. Sigmund heiratet Maria, die Tochter des Hoteliers Tono Dellbrück, mit der er vor seiner Flucht nach England aufgewachsen ist. Doch Sigmund fällt es schwer, im Nachkriegsdeutschland heimisch zu werden. Auch sein Sohn Friedemann, der 1955 auf die Welt kommt, ist lange auf der Suche nach Heimat und Bindung. Nach dem Abitur fährt er 1975 mit dem Magic Bus das erste Mal nach Indien, später lebt er eine Zeit in Poona und zieht Anfang der 1990er Jahre mit seiner Freundin Cleo nach Australien. Der Ankerpunkt in Deutschland bleibt das alte Hotel Dellbrück. Als Frido 2018 auf Besuch in Deutschland vor dem Hotel steht, ist es ein Flüchtlingswohnheim. Unerwartet stark empfindet der jetzt 63-jährige die Kräfte des Ortes, der ihn und seinen Vater einst so sehr geprägt hat. Der Gang durch das ehemalige Hotel verändert Fridos Leben. Göring greift in diesem Roman erneut zu großen Themen und erzählt sie spannend, einfühlsam und mit leichter Hand: Wie sehr prägt das Schicksal des jüdischen Vaters, der zwischen Schuld- und Hassgefühlen nicht zur Ruhe kommt, den Sohn Frido? Wo findet man Heimat? Wie meistert der Einzelne die Sehnsucht nach Spiritualität und Bindung? Frido stellt die Frage radikal: Wann macht das Leben Sinn? Und wie zuvor Sigmund erlebt auch Frido, wie wichtig es ist, den rechten Moment nicht zu verpassen, wenn man mutig springen und sich Unbekanntem öffnen muss.
7. September 2019

7. September 2019 Lesung und Vortrag des Autors Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm von Hase „Hitlers Rache”

Hitlers Rache: Das Stauffenberg-Attentat und seine Folgen für die Familien der Verschwörer 20. Juli 1944. Stauffenberg zündet eine Bombe, um Hitler zu töten. In Berlin läuft der Putsch Walküre an. Wehrmachtkommandant Paul von Hase soll das Regierungsviertel abriegeln. Erstmals veröffentlicht nun sein Sohn, Friederich-Wilhelm von Hase ein Cousin Dietrich Bonhoeffers, Berichte aus dem Familienarchiv. Zusammen mit berührenden Schilderungen der Angehörigen des Grafen Stauffenberg und weiterer Widerständler wird die bisher wenig bekannte menschliche Dimension des Attentats für die Familien deutlich. Ergänzend erläutern Experten geschichtliche Hintergründe, darunter die wenig bekannte christliche Motivation der Verschwörer.
19.Mai 2019

19. Mai 2019 Holocaust-Überlebende Erna de Vries ”Ich wollte noch einmal die Sonne sehen”

Herzlichen Dank, an Erna de Vries für ihre bewegenden Worte „Ich wollte noch einmal die Sonne sehen” über ihr schweres Schicksal in Auschwitz-Birkenau. Die letzten Worte ihrer geliebten Mutter „Du wirst überleben und erzählen was man mit uns gemacht hat” Vielen herzlichen Dank an Prof. Wolfgang Hempel der diese wichtige Veranstaltung möglich gemacht hat. Vielen Dank an Jens Vogel für seine Hilfsbereitschaft! 19. Mai 2019 im Verein Deutscher Sinti e.V. Minden Vielen Dank! an unsere Gäste und Freunde! Lieber Romani, ich will Dir gegenüber meinen aufrichtigen Dank aussprechen das Du am Sonntag an unsere Veranstaltung in Minden teilgenommen hast. Ich weiß, dass Du die ganze Woche unterwegs gewesen bist, das Du dann am Samstag von Heidelberg nach Minden kommst um an unsere Veranstaltung mit einer der letzten Zeitzeuginnen der Holocaust-Überlebenden Erna de Vries teilnimmst, das ist bemerkenswert und keine Selbstverständlichkeit. Da ich dein Arbeitspensum seit Jahren kenne und Du jeden Tag unsere Arbeit gegen all nur erdenklichen Widerständen voran bringst kann ich sagen das Du noch das gleiche Feuer verspürst wie in jungen Jahren, deshalb freue ich mich auf die nächsten Jahre unserer Zusammenarbeit! Ich bin Stolz sagen zu dürfen, das wir beide Freunde sind!
2. April 2019

2. April 2019 Veranstaltung im Rahmen der Frühjahrstagung Child Survivors Überlebende Kinder der Shoah

29. März 2019

29. März 2019 Ehrung Dr. Laudris Hölscher

Sinti und Roma ehren langjährigen deutschen Generalkonsul in Krakau, Dr. Laurids Hölscher und seine Ehefrau Lee Elisabeth Hölscher-Langner für ihr herausragendes persönliches Engagement für Überlebende des Holocaust Das Ehepaar Hölscher engagiert sich seit seiner Ankunft in Polen im Jahr 1991, als Dr. Laurids Hölscher Generalkonsul der BRD in Krakau wurde, für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, darunter auch viele Holocaustüberlebende der Sinti und Roma. Als Organisatorin eines Freiwilligendienstes in Krakau und Umgebung hat Frau Hölscher-Langner es sich zur Aufgabe gemacht, den oft in Isolation und Armut lebenden ehemaligen Häftlingen der Konzentrations- und Vernichtungslager bei der Bewältigung ihres Alltags zu helfen und ihnen in ihren letzten Lebensjahren oder Monaten beizustehen. Dabei wird sie von Jugendlichen aus ganz Europa unterstützt, die ihr vor allem die Dresdner “Initiative Christen für Europa” (ICE) vermittelt. Am 6. Oktober 2008 zeichnete der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland Frau Hölscher-Langner in Anerkennung ihrer Verdienste insbesondere für die polnischen Überlebenden des Holocaust mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse aus. In Polen wird das ehrenamtliche Engagement des Ehepaares Hölscher schon seit Jahren sehr positiv zu Kenntnis genommen. Beide sind seit 2016 “Ehrenbürger von Proszowice” und wurden 2018 mit der Verdienstmedaille “Polonia Minor” ausgezeichnet. Seit vielen Jahren lädt das Ehepaar Hölscher überdies anlässlich des Internationalen Roma Gedenktages am 2. August Überlebende der Sinti und Roma aus Deutschland in ihr Haus in Krakau ein und ermöglicht dort eine Begegnung mit jungen Menschen aus aller Welt. Für die Überlebenden ist diese Einladung ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung. Die Familie von Dr. Laurids Hölscher ist der Stadt Heidelberg seit vielen Generationen eng verbunden.
27.März 2019

27. März 2019 Rom Archive

Die Projektinitiatorinnen Franziska Sauerbrey und Isabel Raabe, die Kulturstiftung des Bundes, die Bundeszentrale für politische Bildung und das Dokumentations-und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma haben sich darauf verständigt, dass das Heidelberger Zentrum das RomArchive übernehmen wird, nachdem ursprünglich das in Berlin ansässige Europäische Roma-Institut für Kunst und Kultur (ERIAC) als zukünftige Trägerinstitution vorgesehen war. Als wissenschaftliche Facheinrichtung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma verfügt das bereits in den 1990er Jahren gegründete Dokumentationszentrum über jahrelange Forschungserfahrung, ein europaweites Netzwerk und die nötige politische Reputation, um das umfangreiche RomArchive künftig erfolgreich führen zu können. Sowohl das Dokumentationszentrum als auch das ERIAC betonen ihr Interesse an einer engen Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung des RomArchive. Der Übernahmevertrag wurde am 27. März 2019 von Romani Rose für das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma unterzeichnet. „Mit der Übernahme der Trägerschaft des Projekts RomArchive unterstreicht das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, wie wichtig es ist, die vielfältigen kulturellen Beiträge, die Angehörige unserer Minderheit in ganz Europa geleistet haben und immer noch leisten, sichtbar zu machen“, betont Romani Rose. „Denn nur durch die Dokumentation des kulturellen Erbes von Sinti und Roma und der Verdeutlichung des hohen Werts dieser lange ausgegrenzten Kultur kann der Antiziganismus bekämpft und wirkungsvoll zurückgedrängt werden.“ Die Projektinitiatorinnen Isabel Raabe und Franziska Sauerbrey freuen sich „mit dem Dokumentationszentrum Deutscher Sinti und Roma eine Institution gefunden zu haben, die den Anforderungen der Anschlussförderung entspricht, und insbesondere, dass das Dokumentationszentrum das Archiv ausbauen und weiterwachsen lassen möchte. Wir sind sehr gespannt auf die weitere Entwicklung von RomArchive.“ RomArchive, das digitale Archiv der Sinti und Roma ist online unter www.romarchive.eu zugänglich. Ausführliche Bildbeschreibung: Foto von der Vertragsunterzeichnung am 27. März 2019 (c) Nihad Nino Pušija, v.l.n.r., vorne: Isabel Raabe (RomArchive – Digitales Archiv der Sinti und Roma), Romani Rose (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma), Franziska Sauerbrey (RomArchive – Digitales Archiv der Sinti und Roma); hinten: Emran Elmazi (Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma), Oswald Marschall (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma), Hortensia Völckers (Kulturstiftung des Bundes), Kirsten Haß (Kulturstiftung des Bundes), Herbert Heuß (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
11. Januar 2019

11. Januar 2019 Sinti – Roma – Sport – Ausstellung im Rahmen der Veranstaltung Nie wieder des diesjährigen Mottos ”Erinnern reicht nicht” in Frankfurt

14. Dezember 2018

14. Dezember 2018 Pressemitteilung Erhalt der Gräber

Pressemitteilung Zentralrat Deutscher Sinti und Roma 14.12.2018 Romani Rose: Ein historischer Tag für die Minderheit Heute wurde im Rahmen eines feierlichen Staatsaktes im Bundesrat anlässlich des jährlichen Gedenkens an den NS-Völkermord an den Sinti und Roma die „Bund-Länder-Vereinbarung betreffend den Erhalt der Gräber der unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgten Sinti und Roma“ durch Bundesministerin Dr. Giffey für die Bundesregierung unterzeichnet. Zuvor hatten am 5. Dezember 2018 die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder während der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin die Vereinbarung gezeichnet. Mit dieser Vereinbarung wurde der am 8. Dezember 2016 durch die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und –chefs der Länder verabschiedete Beschluss zum dauerhaften Erhalt der Grabstätten jetzt in eine bundeseinheitliche Regelung umgesetzt, die mit der heutigen Unterzeichnung in Kraft tritt. An der feierlichen Unterzeichnung der Bund-Länder-Vereinbarung nahmen neben Bundesratspräsident Daniel Günther, Bundesministerin Dr. Giffey und dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder, Vertreter der beiden großen Kirchen und des Städtetags, die Vorstände des Zentralrats und seiner Landesverbände sowie Überlebende des Holocaust teil. „Nach den langen Verhandlungen des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma mit Bund, Ländern und Kommunen ist der heutige Tag für den Zentralrat und für die gesamte Minderheit ein historisches Datum. Mit dieser Vereinbarung werden die Grabstätten von Überlebenden des NS-Völkermords in den Kommunen und in den Städten als Familiengedächtnisstätten und als öffentliche Lernorte für die nachkommenden Generationen dauerhaft erhalten. Mit dem Erhalt der Grabstätten wird das ehrende Gedenken an unsere Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet worden sind, gewahrt und an das schlimme Schicksal unserer Minderheit im Holocaust erinnert“, so der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose, heute im Bundesrat. „Mein Dank gilt der Bundeskanzlerin und allen Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder und insbesondere dem Deutschen Städtetag sowie den beiden großen Kirchen, die uns bei diesem wichtigen Anliegen geschlossen unterstützt haben. Besonderer Dank gilt Bundesministerin Giffey und den Mitarbeitern ihres Hauses, die die komplexen Verhandlungen zu diesem guten Ergebnis geführt haben“, so Rose weiter. Für die Familien der Sinti und Roma ist der dauerhafte Erhalt der Grabstätten als Familiengedächtnisstätten und als geschützte Gedenkorte von großer Bedeutung, auch weil es für die meisten ihrer im Nationalsozialismus ermordeten Angehörigen nirgendwo eine Grabstelle gibt. Gleichzeitig sind diese Grabstätten Plätze von historischer Bedeutung und, aufgrund ihrer besonderen Geschichte, öffentliche Lernorte vor allem dort, wo mit besonderen Grabinschriften und -tafeln auf das Schicksal der Bestatteten hingewiesen wird. Ihr Erhalt liegt insofern nicht nur im Interesse der betroffenen Familien, sondern ist ein grundlegender Beitrag für die politische Bildungsarbeit und die deutsche Erinnerungskultur. „Unsere Gräber sind die letzten Spuren derer,die die Schrecken des Holocaust überlebt haben. Sie sind die Zeugen des Völkermords an den Sinti und Roma und als solche ein Vermächtnis für unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat“, so der Zentralratsvorsitzende.
22. November 2018

22. November 2018 Ehrung für Prof. Wolfgang Hempel durch Dr.h.c. Hinrich Enderlein anlässlich des 50-jährigen Jubiläums in der FDP Gaggenau

29. Juni 2018

29. Juni 2018 Kontinuierlicher Dialog: Gespräch des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma mit dem ZDF über rassistische Diskurse in der deutschen Öffentlichkeit

Kontinuierlicher Dialog: Gespräch des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma mit dem ZDF über rassistische Diskurse in der deutschen Öffentlichkeit. Der Stv. Chefredakteur des ZDF, Elmar Theveßen, und der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, blicken mit großer Sorge auf den zunehmenden Rassismus und Rechtspopulismus im medialen Diskurs in Deutschland. Die Medien haben eine große Verantwortung für den Schutz der demokratischen Gesellschaft und insbesondere für den Schutz vor Diskriminierung von Minderheiten in der medialen Repräsentation. Dies wurde deutlich im Gespräch der ZDF-Leitung mit einer 30-köpfigen Delegation des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma und dessen Landesverbände am 29. Juni 2018 im ZDF-Hauptsitz in Mainz. Das ZDF führt seit Jahren den Dialog mit dem Zentralrat in Form von Redaktionsgesprächen. Die Sendung “Drehscheibe” brachte als erste in ihrer Reihe “Drehscheibe” eine Serie von Portraits mit deutschen Sinti oder Roma, u.a. mit dem Dirigenten der Roma-Philharmoniker, Riccardo M Sahiti. Der stellvertretende Vorsitzende des Dokumentationszentrums, Oswald Marschall, unterstrich die Bedeutung der medialen Darstellung, durch die das Bild der Mehrheitsgesellschaft von der Minderheit immens beeinflusst wird und die – wie das Beispiel des antiziganistischen Films “Nellys Abenteuer“ (ARD) zeigte, oftmals von stigmatisierenden Klischees geprägt ist. “Umso wichtiger sei der Anspruch des ZDF, Sinti und Roma in Deutschland als selbstverständlichen Teil der Bevölkerung zu zeigen und dies in allen Fernsehformaten des ZDF”, so Marschall. Der Zentralrat sieht sich nach wie vor mit schwierigen Auseinandersetzungen und fehlendem Bewusstsein für Antiziganismus in zahlreichen öffentlich-rechtlichen wie auch privaten Sendern konfrontiert. Kritisch betrachtet wurden von Sender und Zentralrat die Änderungen des Pressekodexes durch den Deutschen Presserat, welche die eindeutigen Richtlinien für Journalisten aufweichen. Deutlich wurde bei diesem Gespräch jedoch, dass Medien ihre vielfältigen Formate und Möglichkeiten nutzen können, um eine ausgewogene, vorurteilsfreie und positive Berichterstattung über Minderheiten und Diversität in der Gesellschaft zu gewährleisten. Nach Ansicht des Zentralrats sollten insbesondere die 600-jährige Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland, wie auch Antiziganismus in den Medien als fester Bestandteil in der Aus- und Weiterbildung für Journalisten bei der ARD/ZDF-Medienakademie aufgenommen werden.
1. Juni 2018

1. Juni 2018 Schauspieler Ulrich von Dobschütz und Prof. Wolfgang Hempel

11.11.2017

11.11.2017 „…überhaupt fehlst Du mir sehr.„ Der Briefwechsel von Manuel Goldschmidt und Claus Victor Bock (1945-1951)

Herzlichen Dank an Prof.e.h. Wolfgang Hempel, Wilhelm-Fraenger-Gesellschaft Potsdam für die Organisation der Vorstellungsreise in Minden,Petershagen,Hamburg,Berlin,Weimar,Halberstadt und Heidelberg, um uns einen faszinierenden Einblick in die geschlossene Welt des Frommel-Kreises zu geben.
2. November 2017

2. November 2017 ”Selbstverständnis Minderheiten”

Vortrag von Herrn BA Koschyk ‚Selbstverständnis Minderheiten. Was versteht man unter einer autochthonen, nationalen Minderheit/Volksgruppe‘ am 2. November 2017 in Minden Für die heutige Einladung zu Ihrer Veranstaltung danke ich sehr herzlich. Ich freue mich, Ihnen die Grüße der Bundesregierung und hier insbesondere meines Interims-Nachfolgers im Amt des Beauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Herrn Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Günter Krings MdB, zu übermitteln, der nach meinem Ausscheiden bis zur Berufung einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers durch die künftige Bundesregierung die Amtsgeschäfte führt. Dem Wunsch heute zum Thema „Selbstverständnis Minderheiten. Was versteht man unter einer autochthonen, nationalen Minderheit/Volksgruppe“ vorzutragen komme ich gern nach, denn in meiner Zeit als Beauftragter ist mir klar geworden, dass nicht nur die Mehrheitsbevölkerung unter einem Informationsdefizit hinsichtlich der nationalen Minderheiten in Deutschland leidet. Auch bei den Angehörigen dieser Minderheiten und Sprachgruppen herrscht gelegentlich kein klares Bild über ihren Status, ihre gesellschaftliche Einbindung und ihre Möglichkeiten der Teilhabe. Die Angehörigen der nationalen Minderheiten in Deutschland sind ein wichtiger Teil der deutschen Gesellschaft. Sie bewahren jahrhundertealte Sitten und Gebräuche sowie ihre eigenen Sprachen, die ihre kulturelle Identität ausmachen. Sie benötigen nicht nur die Unterstützung der Mehrheitskultur in Deutschland, sondern auch politische Unterstützung für die Umsetzung ihrer Anliegen. In Deutschland leben vier anerkannte nationale Minderheiten: die dänische Minderheit im Norden Schleswig-Holsteins, die friesische Volksgruppe im Nordwesten Schleswig-Holsteins und im nordwestlichen Niedersachsen, das sorbische Volk im Südosten Brandenburgs und im östlichen Sachsen sowie die deutschen Sinti und Roma, die traditionell – meist in kleinerer Zahl – nahezu in ganz Deutschland leben. Als nationale Minderheiten hat die Bundesrepublik Deutschland jene Bevölkerungsgruppen anerkannt, die folgende Kriterien erfüllen: • ihre Angehörigen sind deutsche Staatsangehörige, • sie unterscheiden sich vom Mehrheitsvolk durch eine eigene Sprache, Kultur und Geschichte, also durch eine eigene Identität, • sie wollen diese Identität bewahren, • sie sind traditionell – also in der Regel seit Jahrhunderten – in Deutschland heimisch und • sie leben innerhalb Deutschlands in angestammten Siedlungsgebieten. Das Merkmal der traditionellen Ansiedlung auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland unterscheidet die nationalen Minderheiten von Zuwanderergruppen, die nicht traditionell in Deutschland heimisch sind. Ethnische Gruppen von Migranten und deren Nachfahren haben daher in Deutschland nicht den Status einer nationalen Minderheit. Die Angehörigen der nationalen Minderheiten sind deutsche Staatsangehörige. Sie genießen alle Rechte und Freiheiten des Grundgesetzes ohne Beschränkung. Das Bekenntnis zu einer der nationalen Minderheiten ist frei. Die Zugehörigkeit zu einer Minderheit ist die persönliche Entscheidung eines jeden Einzelnen, die von Staats wegen nicht registriert, überprüft oder bestritten wird. Jede der vier nationalen Minderheiten definiert sich vor allem über ihre eigene Sprache. Sie ist identitätsstiftend und daher von besonderer Bedeutung für die Minderheiten. Deshalb genießen die sechs Minderheitensprachen in Deutschland – Dänisch, Nordfriesisch, Saterfriesisch, Romanes, Niedersorbisch und Obersorbisch einen besonderen Schutz. Als eigenständige Sprache ebenfalls geschützt wird die Regionalsprache Niederdeutsch, die in acht der sechzehn Bundesländer gesprochen wird. Der besondere rechtliche Status der nationalen Minderheiten und ihrer Sprachen sowie der Regionalsprache Niederdeutsch beruht im Wesentlichen auf dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte der Vereinten Nationen sowie auf zwei Abkommen des Europarates, die in Deutschland Verbindlichkeit genießen: dem Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten und der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Ein Meilenstein zur verbindlichen Festschreibung von Minderheitenrechten war der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte der Vereinten Nationen von 1966, in dessen Artikeln 26 und 27 – also unmittelbar aufeinanderfolgend – geregelt ist: Art. 26: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Diskriminierung Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. In dieser Hinsicht hat das Gesetz jede Diskriminierung zu verbieten und allen Menschen gegen jede Diskriminierung, wie insbesondere wegen der Rasse, der Hautfarbe, des Geschlechts, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen oder sozialen Herkunft, des Vermögens, der Geburt oder des sonstigen Status, gleichen und wirksamen Schutz zu gewährleisten.“ Art. 27: „In Staaten mit ethnischen, religiösen oder sprachlichen Minderheiten darf Angehörigen solcher Minderheiten nicht das Recht vorenthalten werden, gemeinsam mit anderen Angehörigen ihrer Gruppe ihr eigenes kulturelles Leben zu pflegen, ihre eigene Religion zu bekennen und auszuüben oder sich ihrer eigenen Sprache zu bedienen.“ Das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten verbietet jede Diskriminierung einer Person wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit sowie eine Assimilierung gegen ihren Willen. Aus der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit dürfen einer Person keine Nachteile erwachsen. Das Rahmenübereinkommen verpflichtet die Vertragsstaaten insbesondere zum Schutz derjenigen Freiheitsrechte, die für die Angehörigen nationaler Minderheiten von besonderer Bedeutung sind: Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, Meinungsfreiheit sowie Gewissens- und Religionsfreiheit. Darüber hinaus verpflichtet das Abkommen zu umfangreichen Fördermaßnahmen im Bereich der Bildung, der Kultur, des Schulwesens und des gesellschaftlichen Lebens. Die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen des Europarats knüpft an das unveräußerliche Recht der Menschen an, sich im privaten und öffentlichen Leben ihrer eigenen Regional- und Minderheitensprachen zu bedienen. Die Sprachencharta sieht Schutz- und Fördermaßnahmen zugunsten dieser Sprachen vor. Sie beziehen sich etwa auf das Bildungswesen, auf die Verwendung der Sprachen in Gerichtsverfahren, vor Verwaltungsbehörden, in Rundfunk und Presse, bei kulturellen Tätigkeiten und Einrichtungen sowie im wirtschaftlichen und sozialen Leben. Der in beiden Abkommen festgeschriebene Schutz wird durch Gesetze und Verwaltungshandeln auf Bundes- und auf Landesebene konkretisiert und umgesetzt. Eine besondere Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die finanzielle Förderung der nationalen Minderheiten durch den Bund und die Länder. Alle vier nationalen Minderheiten in Deutschland erhalten von der Bundesregierung finanzielle Mittel zur Pflege ihrer Sprache und Kultur. Auch die Bundesländer, in denen die Minderheiten traditionell heimisch sind, tragen mit eigenen Finanzmitteln zur Förderung der nationalen Minderheiten bei. Die Regionalsprache Niederdeutsch wird ebenfalls vom Bund und den Ländern finanziell gefördert. Die Umsetzung des Rahmenübereinkommens und der Sprachencharta werden durch jährliche Implementierungskonferenzen begleitet, die im Bundesministerium des Innern stattfinden. Teilnehmer sind die mit dem Minderheitenschutz und den Minderheiten- und Regionalsprachen befassten Bundesministerien, die bei den Ländern federführend zuständigen Landesbehörden, Vertreter der Dachverbände der durch die beiden Abkommen geschützten Minderheiten bzw. Sprechergruppen und deren wissenschaftliche Institutionen sowie Vertreter des Europarates. Neben der finanziellen Förderung und weiteren Fördermaßnahmen nichtfinanzieller Art sind für die nationalen Minderheiten aber auch regelmäßige Kontakte zu Regierung und Parlament von großer Bedeutung. Eine besondere Rolle kommt hierbei dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten zu. Das Amt des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen wurde 1988 eingerichtet und am Bundesministerium des Innern angesiedelt. 2002 wurde das Amt durch die Beauftragung für die nationalen Minderheiten ergänzt und die Titulatur entsprechend erweitert. Mit dem Beauftragten gibt es einen Ansprechpartner, der die Bundesregierung gegenüber den nationalen Minderheiten vertritt. Er vertritt aber auch die Interessen und Belange der nationalen Minderheiten und der niederdeutschen Sprachgruppe auf bundespolitischer Ebene und wirbt in der Öffentlichkeit für ihre Akzeptanz und Anerkennung, ist also Schaltstelle zwischen Bundesregierung, Parlament und Minderheitenverbänden. Der regelmäßige Austausch der nationalen Minderheiten mit Politik und Verwaltung ist, durch die beim Bundesministerium des Innern angesiedelten sogenannten Beratenden Ausschüsse institutionalisiert worden. Sie kommen in der Regel einmal jährlich zusammen. Ein solcher Beratender Ausschuss ist für jede der vier nationalen Minderheiten sowie für die niederdeutsche Sprachgruppe eingerichtet worden. In den Beratenden Ausschüssen sitzen jeweils Vertreter der Minderheitenverbände, der Bundesregierung und derjenigen Bundesländer, in denen die jeweilige Bevölkerungsgruppe traditionell heimisch ist. Außerdem nehmen regelmäßig Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen an den Sitzungen teil. Die nationalen Minderheiten in Deutschland haben damit jeweils ein eigenes Forum, in dem sie ihre Belange gegenüber Vertretern von Regierung und Parlament vorbringen können und in dem gemeinsam Lösungen für ihre Anliegen erörtert und initiiert werden können. Im März 2015 konnten wir nach langen Beratungen endlich beim Bundesministerium des Innern den Beratenden Ausschuss für die deutschen Sinti und Roma einrichten. Dieses Gremium bietet die Gelegenheit zum unmittelbaren Austausch zwischen Vertretern der Sinti und Roma, Mitgliedern des Deutschen Bundestages sowie Vertretern der deutschen Bundesländer. Ich bin dem Bundesminister des Innern, Herrn Dr. Thomas de Maizière, sehr dankbar dafür, dass er die Konstituierung dieses Beratenden Ausschusses selbst vorgenommen und die erste Sitzung eingangs selbst geleitet hat. Mit dem Beratenden Ausschuss war auch ein Gremium geschaffen worden, durch das die Forderung nach der Einrichtung einer Expertenkommission für Antiziganismus durch den Deutschen Bundestag verstärkt in die öffentliche Debatte getragen werden konnte. Ich habe seit Beginn meiner Amtszeit als Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten im Januar 2014 stark für dieses berechtigte Anliegen geworben. Nach einem Fachgespräch der Koalitionsfraktionen im Februar 2017, einer diesbezüglichen Diskussion im Gesprächskreis Minderheiten des Innenausschusses des Deutschen Bundestages am 31. Mai 2017 sowie einem Berichterstatter Gespräch im Innenausschuss am 19. Juni 2017 fasste dessen Vorsitzender, Ansgar Heveling MdB, in einem Brief an den Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Herrn Romani Rose, das Ergebnis der Beratungen zusammen, wonach eine positive Beschlussfassung des Bundestages gleich zu Beginn der jetzt begonnenen Wahlperiode erfolgen soll. Dieses gilt es in der neuen Wahlperiode auch einzulösen! Die Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingung auf Bundesebene reicht aber nicht aus. Auf allen politischen Ebenen müssen noch große Anstrengungen unternommen werden, um verfestigte Vorurteile vollständig abzubauen und noch bestehende Diskriminierungen zu beseitigen. Ich begrüße es daher sehr, dass die Landesverfassung von Schleswig-Holstein unter seinen zu schützenden nationalen Minderheiten ausdrücklich auch die deutschen Sinti und Roma aufführt. Ebenso wichtig ist, dass die Landesregierungen von Rheinland-Pfalz, Bayern, Bremen, Baden-Württemberg und Hessen mit dem Zentralrat deutscher Sinti und Roma Staatsverträge abgeschlossen haben bzw. abschließen werden, ich würde mich sehr freuen, wenn dieses auch mit den übrigen Bundesländern gelänge. Die Dachverbände der vier nationalen Minderheiten in Deutschland haben sich darüber hinaus zusammen im Minderheitenrat organisiert. Der Minderheitenrat vertritt die gemeinsamen Interessen der vier nationalen Minderheiten in grundsätzlichen Angelegenheiten gegenüber der Bundesregierung und dem Deutschen Bundestag. Der Minderheitenrat wird bei seinen Aufgaben unterstützt durch ein Minderheitensekretariat mit Sitz in Berlin, das auch eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit für die vier nationalen Minderheiten in Deutschland betreibt. Die nationalen Minderheiten in Deutschland haben sich auf diese Weise zu starken Selbstorganisationen entwickelt, die auch auf der politischen Ebene zu wichtigen Akteuren geworden sind. Sie genießen in Deutschland ein vergleichsweise hohes Ansehen und sind als Partner der politisch Verantwortlichen unverzichtbar. Die Achtung und die Förderung der nationalen Minderheiten in Deutschland sind sowohl für den Bund als auch für die Länder eine wichtige Aufgabe. Der Schutz der in Deutschland lebenden nationalen Minderheiten durch Förderung ihrer kulturellen und sprachlichen Identität trägt zur kulturellen Vielfalt Deutschlands bei. Kulturelle Vielfalt wiederum fördert Toleranz, welche unabdingbar für eine gelebte pluralistische Demokratie ist. Nicht nur für den innerstaatlichen Frieden, auch für die friedlichen Beziehungen zu anderen Staaten kann eine gute Minderheitenpolitik von erheblicher Bedeutung sein. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass unzählige Konflikte, Krisen und Kriege in Unterdrückung und Verfolgung von Minderheiten wurzeln. Viele nationale Minderheiten in Europa siedeln diesseits und jenseits von Staatsgrenzen. Die Unterdrückung einer Minderheit diesseits der Grenze führt häufig zu Irritationen im Nachbarstaat mit der Folge, dass die dort lebende Minderheit ebenfalls beeinträchtigt wird. Ein gutes Beispiel für eine gelungene grenzüberschreitende Friedenspolitik ist das Miteinander und die gelungene Integration der deutschen Minderheit im dänischen Nordschleswig und der dänischen Minderheit im deutschen Südschleswig. Es ist deshalb fast vergessen, dass die sogenannte „Schleswig-Holstein-Frage“ zwischen Deutschland und Dänemark noch im 19. Jahrhundert zu den schwierigsten Problemen der europäischen Politik gehörte. Eine erfolgreiche Minderheitenpolitik trägt dazu bei, dass nationale Minderheiten sich selbst als gleichberechtigten Teil der Gesellschaft sehen und von der Mehrheitsbevölkerung als selbstverständlicher Teil des Staatsvolkes wahrgenommen werden. Sie ist daher ein wichtiges Instrument, um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft sicherzustellen. Eine solche Wahrnehmung der nationalen Minderheiten durch die Mehrheitsbevölkerung kann auch beispielgebend sein für die Akzeptanz der in jüngster Zeit nach Deutschland gekommenen schutzbedürftigen Flüchtlinge zusammengefasst bedeutet dies: gut integrierte Minderheiten bereichern das kulturelle und gesellschaftliche Leben, garantieren den demokratischen Frieden innerhalb des Landes und fördern die friedlichen Beziehungen zu den Nachbarstaaten. Dass das so bleibt und sich mit der geschilderten staatlichen Unterstützung positiv weiter entwickeln wird, setzt starke Selbstorganisationen bei den Minderheiten voraus, die diesen Weg gemeinschaftlich mitgehen wollen. Wenn wir zu Recht immer wieder betonen, dass Minderheitenschutz immer auch präventive Friedenspolitik ist, so verwundert es doch sehr, dass ausgerechnet im Gemeinschaftsrecht der Europäischen Union, dieses historisch einzigartigen Friedensprojekts, der Minderheitenschutz nur eine sehr geringe Rolle spielt. Um dem abzuhelfen, hat die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) gemeinsam mit der Demokratischen Allianz der Ungarn in Rumänien, der Südtiroler Volkspartei und der Jugend Europäischer Volksgruppen die Europäische Bürgerinitiative „Minority SafePack“ auf den Weg gebracht und gegen den Widerstand der früheren EUKommission auch durchgesetzt. Nun gilt es, die notwendige Million von Unterschriften zu sammeln. Ich möchte an Sie alle den Appell der Unterstützung dieser großartigen Initiative richten. Der Schutz und die Förderung der nationalen Minderheiten ist daher in Deutschland eine wichtige politische und gesellschaftliche Aufgabe, die auch in Zukunft nichts von ihrer Bedeutung verlieren darf. Es ist mir wirklich ein großes Anliegen, zum Abschluss dem Verein Deutscher Sinti Minden e.V. für die Einladung zu dieser Veranstaltung sowie für die Möglichkeit, zu Ihnen zu sprechen, ganz herzlich zu danken, stellvertretend für alle Mitstreiterinnen und Mitstreitern dem Vereinsvorsitzenden Herrn Oswald Marschall sowie den beiden stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Frau Carmen Marschall-Strauss und Herrn Dr. Silvio Peritore. Ich nutze auch gerne die Anwesenheit des Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Herrn Romani Rose, mich bei ihm für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die mich mit ihm und dem ganzen Zentralrat in den letzten vier Jahren verband, zu bedanken.
5.Oktober 2017

5. Oktober 2017 Workshop Förderschule Minden

5.Oktober 2017

5. Oktober 2017 Besuch von Prof. Guy Stern und Prof.Wolfgang Hempel im Verein Deutscher Sinti e.V. Minden

22. April 2017 Lesung Jacqueline Roussety ”Wenn das der Führer Sähe”

23. März 2017

23. März 2017 Kooperationsvereinbarung mit der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule Minden und dem Verein Deutscher Sinti e.V. Minden unterzeichnet.

Verfasst von Dieter Stuke. Kooperationsvereinbarung zwischen der KTG und dem Bildungszentrum „Mer Ketne“ unterzeichnet Endlich ist es so weit. Nach fast einem Jahr erfolgreicher, inoffizieller Zusammenarbeit, unter anderem bei der Vorbereitung des Holocaust Gedenktages, haben wir mit Unterstützung durch die Bildungspartner NRW am 23.03.2017 eine Kooperation mit dem Bildungszentrum „Mer Ketne“ und dem Dokumentationszentrum Sinti und Roma in Heidelberg geschlossen. Ziel der Vereinbarung ist es, auch zukünftig mit Schülerinnen und Schülern in den Themenbereichen Verfolgung, Ausgrenzung, Integration, Menschen- und Bürgerrechte intensiv und exemplarisch die Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland aufzuarbeiten. Die lokale Initiative von Oswald und Carmen Marschall, unterstützt durch den Vorsitzenden des Zentralrats der Sinti und Roma, Romani Rose, bereichert die Schule mit Informationen, lebhaften Diskussionen und historischen Material. Wir freuen uns über die zukünftige Zusammenarbeit, besonders im Interesse der Schülerinnen und Schüler.
5.März 2017

5.März 2017 Besuch von Prof. Dr. Julius Schoeps Moses-Mendelssohn-Zentrum Potsdam

v.l. Tanja Cummings Filmemacherin LINIE 41 Berlin, Nina Pape GCJZ Minden, Pfarrer Andreas Brügmann St.Simeonis Minden, Prof. Dr. Julius Schoeps Moses-Mendelssohn-Zentrum Potsdam, Wolfgang Battermann Alte Synagoge Petershagen, Oswald Marschall, Pfarrer Bernhard Speller u. Susanne Speller Minden, Prof. e.h. Wolfgang Hempel Fraenger Gesellschaft Potsdam.
29.10.2016

29.Oktober 2016 Eröffnung Bildungszentrum

Am Samstag, den 29. Oktober 2016 eröffnete das neue Bildungszentrum in Minden, ein Begegnungsort von Sinti und Roma sowie anderen interessierten Mindener/-innen. Oswald Marschall, Vorsitzender des Sinti Vereins Minden e.V., setzt sich seit vielen Jahren für die Anliegen von Sinti und Roma in Deutschland ein. Mit dem neuen Bildungszentrum unter seiner Leitung sollen Sinti und Roma vor Ort angesprochen, ihr Selbstbewusstsein gestärkt und die Mehrheitsgesellschaft, Politik und Behörden, für die Anliegen und Wünsche der deutschen Sinti und Roma sensibilisiert werden. Neben viel Prominenz wie Vize-Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann und dem Vizepräsidenten der Evangelischen Kirche von Westfalen, Albert Henz, trafen sich rund 70 Gäste aus Politik, Verbänden, Stiftungen sowie Vertreter/-innen der Kirche, der jüdischen Gemeinde, Interessenvertreter/-innen deutscher Sinti und Roma und interessierte Mindener Bürger/-innen zur Auftaktveranstaltung des Bildungszentrums, um sich darüber auszutauschen, wie die Teilhabe von Sinti und Roma am gesellschaftlichen Leben gewährleistet werden kann. Mit welchen Herausforderungen im täglichen Leben sehen sich Sinti und Roma konfrontiert? Wie kann ein öffentlicher Dialog innerhalb einer Kommune aussehen und wie kann das Engagement von Sinti und Roma unterstützt werden?

Verein Deutscher Sinti e.V. Minden Mer Ketne - Wir zusammen!

Führungen durch die Austellung „Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma“ Für Schulklassen nach vorheriger Vereinbarung, Sonntag ab 5 Personen nach voheriger Vereinbarung, Feiertags geschlossen. Eintritt frei
Bundesprogramm “Demokratie leben!” “Demokratie fördern. Vielfalt gestalten. Extremismus vorbeugen” – das sind die Kernziele des Bundesprogramms “Demokratie leben!”. Dieser inhaltliche Dreiklang ist handlungsleitend.

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