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Kontinuierlicher Dialog: Gespräch des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma mit dem ZDF über rassistische Diskurse in der deutschen Öffentlichkeit

 

Der Stv. Chefredakteur des ZDF, Elmar Theveßen, und der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, blicken mit großer Sorge auf den zunehmenden Rassismus und Rechtspopulismus im medialen Diskurs in Deutschland. Die Medien haben eine große Verantwortung für den Schutz der demokratischen Gesellschaft und insbesondere für den Schutz vor Diskriminierung von Minderheiten in der medialen Repräsentation. Dies wurde deutlich im Gespräch der ZDF Leitung mit einer 30-köpfigen Delegation des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma und dessen Landesverbände am 29. Juni 2018 im ZDF Hauptsitz in Mainz.

 

Das ZDF führt seit Jahren den Dialog mit dem Zentralrat in Form von Redaktionsgesprächen.  Die Sendung "Drehscheibe" brachte als erste in ihrer Reihe "Drehscheibe" eine Serie von Portraits mit deutschen Sinti oder Roma, u.a. mit dem Dirigenten der Roma-Philharmoniker, Riccardo M Sahiti.  Der stellvertretende Vorsitzende des Dokumentationszentrums, Oswald Marschall, unterstrich die Bedeutung der medialen Darstellung, durch die das Bild der Mehrheitsgesellschaft von der Minderheit immens beeinflusst wird und die – wie das Beispiel des antiziganistischen Films "Nellys Abenteuer“ (ARD) zeigte, oftmals von stigmatisierenden Klischees geprägt ist.  "Um so wichtiger sei der Anspruch des ZDF, Sinti und Roma in Deutschland als selbstverständlichen Teil der Bevölkerung zu zeigen und dies in allen Fernsehformaten des ZDF", so Marschall.

 

Der Zentralrat sieht sich nach wie vor mit schwierigen Auseinandersetzungen und fehlendem Bewusstsein für Antiziganismus in zahlreichen öffentlich-rechtlichen wie auch privaten Sendern konfrontiert.  Kritisch betrachtet wurden von Sender und Zentralrat die Änderungen des Pressekodexes durch den Deutschen Presserat, welche die eindeutigen Richtlinien für Journalisten aufweichen.

 

Deutlich wurde bei diesem Gespräch jedoch, dass Medien ihre vielfältigen Formate und Möglichkeiten nutzen können, um eine ausgewogene, vorurteilsfreie und positive Berichterstattung über Minderheiten und Diversität in der Gesellschaft zu gewährleisten.  Nach Ansicht des Zentralrats sollten insbesondere die 600-jährige Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland, wie auch Antiziganismus in den Medien als fester Bestandteil in der Aus- und Weiterbildung für Journalisten bei der ARD/ZDF-Medienakademie aufgenommen werden.