Modellprojekt zur Bildungsförderung von Sinti und Roma
in Minden „Mer Ketne” Wir zusammen! wird gefördert von der Stiftung Erinnerung,Verantwortung, Zukunft (EVZ)


Donnerstag, 2. November 2017     14.30 Uhr

Veranstaltung des Vereins Deutscher Sinti e.V. Minden

Bildungszentrum Mer Ketne Wir zusammen! mit dem Bundesbeauftragten

für nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk

Ort: Bildungszentrum Mer Ketne Wir zusammen!

Königstraße 3  (eingang Mieterbund)  32423 Minden

Eintritt frei


Samstag, 11. November 2017      16.00 Uhr

„Solange wir dichten und schreiben, geschieht uns nichts”

Der Briefwechsel von Manuel Goldschmidt und Claus Victor Bock (1945-1951)  Die Freundschaft zweier Exilanten.

Als Zwölfjährige entfliehen Claus Victor Bock aus Hamburg und Manuel

Goldschmidt aus Berlin dem Antisemitismus im nationalsozialistischen

Deutschland. In den Niederlanden schließen sie Freundschaft und überleben den Zweiten Weltkrieg im Kreis von Wolfgang Frommel, den dieser nach dem Vorbild des Dichters Stefan George gegründet hatte. Nach dem Krieg studiert Claus Victor

Bock in Manchester Germanistik, während sich Manuel Goldschmidt in Amsterdam an der Herausgabe von Frommels neuer Zeitschrift Castrum Peregrini beteiligt. Die Briefe, die Goldschmidt und Bock von 1945 bis 1951 einander schreiben, zeigen, wie

sie als junge Emigranten in der Nachkriegsgesellschaft einen Weg im Leben suchen und ihre inzwischen innige Freundschaft weiterentwickeln. Auch bieten sie einen faszinierenden Einblick in die geschlossene Welt des Frommel-Kreises und die Realisierung der Zeitschrift Castrum Peregrini. Manuel Goldschmidts Briefe enthalten zudem seine frühen, unter dem Pseudonym Manuel Claussner verfassten, bewegenden Gedichte. Der Herausgeber hat zudem charakteristische Briefe aus der frühen Korrespondenz ausgewählt, die gemeinsam mit der Nachkriegskorrespondenz

an einen Bildungsroman erinnern.

Eine Vorstellungsreise in Berlin, Hamburg, Heidelberg, Minden und Petershagen mit Angrid Tilanus, Utrecht, für die Van-Cassel-Stiftung, mit  Astrid Vehstedt, Berlin, für die Wilhelm-Fraenger-Gesellschaft, und Dr. Dr. Leo van Santen, Den Haag, als Herausgeber. Integriert wird das TV-Interview Gabriele von Arnims mit Giséle van Waterschroot van der Gracht.

Ort: Bildungszentrum Mer Ketne Wir zusammen!

Königstraße 2 (eingang Mieterbund) 32423 Minden

Eintritt frei


Donnerstag, 7. September 2017   18.00 Uhr

Ort: Bildungszentrum Mer Ketne Wir zusammen!

Königstr. 3    32423 Minden

Eintritt frei



Vortrag



Prof.Dr. Elizabeta Jonuz, ist Soziologin, Erzieherin und Dipl.Soz.-Päd.
Derzeit lehrt sie an der Universität

zu Köln, sie bildet Lehrkräfte und Pädagogen_innen aus.

Ihr Vortrag ” Bildung und Bildungskulturen in einer Gesellschaft mit Rassismushintergrund”


Nachholende Bildungsgerechtigkeit für Sinti und Roma in Deutschland” umfasst die historische und bis heute noch andauernde Bildungsbenachteiligung der in Deutschland lebenden Sinti oder Roma.









Lesung

"Ich hatte nichts gegen Deutsche, nur gegen Faschisten." Die Lebensgeschichte des Ferdinand Matuszek. Ausgezeichnet November 2016 mit dem "Mindener Geschichtspreis".

Ort: Bildungszentrum Mer Ketne Wir zusammen!

Königstr. 3  32423 Minden

Eintritt frei

"Die beiden Autoren Friedhelm Schäffer und Oliver Nickel zeichnen in ihrem Buch den Lebensweg des

aus Ostgalizien/Polen stammenden Ferdinand Matuszek nach. Im Alter von 15 Jahren entrissen ihn die deutschen Besatzer 
mit Gewalt seinem dörflichen Alltag und dem vertrauten Familienleben. Gemeinsam mit anderen Kindern aus seinem Dorf wurde
Matuszek im April 1942 zur Zwangsarbeit in den Kreis Minden verschleppt. Hier musste er drei Jahre lang die rassenideologische
Erniedrigung als "Minderwertiger" und den Terror durch Schergen des NS-Regimes ertragen. Gemeinsam mit anderen polnischen Zwangsarbeitern
wurde er gezwungen, einer Hinrichtung in der Nähe von Lahde zuzusehen. Vor seinen Augen wurde ein sowjetischer Kriegsgefangener erschossen.
Darüber hinaus war Ferdinand Matuszek Auigenzeuge des  nationalsozialistischen Judenmords im besetzten Polen.
Er lernte Opfer und Täter kennen, aber auch Menschen, die sich ihm gegenüber
solidarisch, ganz einfach "menschlich" verhielten. Nach der Befreiung im April 1945 blieb er in Deutschland und heiratete. Er galt als Staatenloser.
Seine Mutter sah er erst 1971 wieder. Lange Jahre war er nicht in der Lage über seine Erlebnissse während der NS-Zeit zu sprechen.
Eine Entschädigung für das erlittene Unrecht hat er nicht erhalten. Zeitlebens setzte sich Ferdinand Matuszek für humane Projekte ein,
beispielsweise begleitete er Hilfstransporte für in die in Heimen untergebrachten Kinder von Tschernobyl und Umgebung. Wer ihn kennenlernen durfte, war fasziniert 
von seiner menschlichen Güte und seinem herzlichen Wesen. Am Ende seines Lebens war er bereit den Autoren in acht Erinnerungsinterviews seine
Lebensgeschichte zu berichten. Über Forschungsliteratur und Archivrecherchen wurden die Lebenserinnerungsn in den historischen Kontext gestellt.
Ferdinand Matuszek starb 2014 im Alter von 88 Jahren."

www.stalag326.de








Sonntag, 7. Mai 2017               11.00 Uhr

Ausstellungseröffnung

„Dem Leiden der Sinti und Roma ein Gesicht geben ”

Ort: Bildungszentrum Mer Ketne Wir zusammen!

Königstr. 3   32423 Minden

Eintritt frei  
































Lesung

Wenn das der Führer sähe... Von der Hitler-Jugend in Filbingers Fänge

ein deutsch-schlesisches Kriegsdrama

Walter Gröger, der am 16. Mai 1945 in Oslo wegen Fahnenflucht auf Antrag

des damaligen Marinestabrichters Hans Filbinger in dessen Abwesenheit von Filbinger, der auch den Schießbefehl erteilte, hingerichtet wurde,  würde

am 27. Juni dieses Jahres 95 Jahre alt.

Ort: Bildungszentrum Mer Ketne Wir zusammen!

Königstr. 3, 32423 Minden

Eintritt frei

Es ist Jahre her, dass ich mit der älteren Schwester von Walter Gröger in Kontakt kam, die mir in sehr aufwühlender Weise die dramatische Geschichte ihres Bruders erzählte. Ich werde nie vergessen, wie mich am meisten berührte, dass ein alter Mensch noch nach Jahrzehnten so viel Schmerz, Wut und Trauer in sich spürte, und mir, der nicht von den Kriegsjahren betroffen ist, verdeutlicht hat, dass Kriege, weltweit, ihre lebenslangen Wunden in die Seelen einbrennen. Ich recherchierte weiter, lernte eine weitere Schwester von Walter Gröger kennen, und während meines Geschichtsstudiums legte ich den Fokus auf die Auswirkungen der nationalsozialistischen Ideologien, insbesondere auf Kinder und Jugendliche. Ich wollte begreifen, wie eine ganze Generation 1939 in den Weltkrieg teilweise ziehen wollte, teilweise musste und welche Auswirkungen der Faschismus auf Familienstrukturen hatte. Ich wollte die persönliche Seite eines jungen Menschen zeigen, der nach einer Anfangseuphorie dem Krieg entkommen wollte und vor dem Kriegsgericht landet. Ich wollte zeigen, wie die nachhaltigen Auswirkungen seiner Verurteilung, seiner Hinrichtung auf die Familie bis heute anhalten. Die unterschiedlichsten Reaktionen Scham, Wut, Anklage und Schweigen führten zu einem tiefen Riss in der Familie. Es ist damit auch eine deutsch-deutsche Nachkriegsgeschichte und der Umgang mit der deutschen Schuld am Beispiel einer deutsch- deutschen Familiengeschichte.
Vielleicht kann ich keine Antworten geben, aber die Fragen und das Nachfragen wach halten, mit diesen bewegenden nachdenklich stimmenden Stücken erzählte Zeitgeschichte.

Autorin Jacqueline Roussety












aus organisatorischen Gründen findet die Ausstellungseröffnung

am Samstag,  1. April 2017 um 17.00 Uhr statt und nicht wie angekündigt am Freitag, 31.03.

Ort: Bildungszentrum Mer Ketne Wir zusammen!

Königstr. 3   32423 Minden

Eintritt frei

Der Sport bietet vielfältige Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Inklusion von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Gleichzeitig ist der Sport aber ein Bereich, in dem sich Rassismus und Antiziganismus in unterschiedlichen Dimensionen entfalten können. Sie reichen von weit verbreiteten Vorurteilen über neonazistische Hetzparole (z.B. Zick Zack Zigeunerpack) bis hin zur Gewalt.  Welche positiven Vorbilder gibt es im Sport, und welche Funktion kann er für die Identitätsbildung und Selbsbehauptung von Sinti und Roma einnehmen. Ich hoffe, nicht nur als Pädagoge, sondern viel mehr als Sportler, mit dieser Ausstellung das fehlende Selbsvertrauen der jungen Sinti und Roma in Deutschland zu stärken und ihnen die wichtige Rolle des Sports zur Identitätsfindung näher zu bringen. Die Jugendlichen orientieren sich sehr stark an Vorbildern und solch er erfolgreiches Vorbild möchte ich in meiner Arbeit aufzeigen. Ich hege die Hoffnung, dass sich mehr Sinti und Roma nach dieser Ausstellung trauen,ihre Identität offen zu legen.

 Andrzej Bojarski geb. am 28.1.1978 in Chojnice (Polen). Abitur an einer IGS in Aurich (Ostfriesland) Danach Ausbildung an der Europäischen Akademie des Sports in Trier, anschließend Studium für die Fächer Sport und ev.Religion und Referendariat in Leipzig. Ab 2016 Rektor an der Leintorschule in Nienburg (LTS)- Grund und Hauptschule mit Klasse 10. Mitglied des Netzwerkes: Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte, Mitglied des Arbeitskreises Kirche und Sport der evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, GEW stellv. Vorsitzender des Kreisverbandes Nienburg, Arbeitskreis Gedenken e.V. der Stadt Nienburg, stellv. Vorsitzender.














Freitag, 10. Februar 2017  18.00 bis ca. 24.00Uhr

Samstag, 11. Februar 2017 ab. 16.00 bis ca. 24.00Uhr

Sonntag, 12. Februar 2017 von 10.00 bis 17.00Uhr

„Das neue Wir”

Stadttheater Minden

Eintritt frei

www.minden.de/dasneuewir



Montag, 6. März 2017  19.00Uhr

Dokumentarfilmvorführung

LINIE 41

DE 2015, 101 min

www.linie41-film.net


Verein Deutscher Sinti e.V. Minden Bildungszentrum Mer Ketne – Wir zusammen!
Königstr.3, 32423 Minden: www.sintiroma-minden.de

6. März 2017, 19 Uhr. Eintritt frei


Im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit vom 5.-11. März in

Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden und der Wilhelm-Fraenger-Gesellschaft e.V. Potsdam


Anschließendes Gespräch mit dem

Zeitzeugen Prof. e.h. Wolfgang Hempel,

der Regisseurin Tanja Cummings und dem Publikum. Moderation: Nina Pape.


Während des Zweiten Weltkriegs gab es wohl keine andere Großstadt in Europa als Łódź, damals in Litzmannstadt umbenannt, in der Deutsche, Polen und Juden so nahe beieinander lebten und doch Welten voneinander getrennt. Mitten in der Stadt befand sich das zweitgrößte Ghetto des Krieges, und es sollte am längsten bestehen. Auch etwa 5000 Sinti und Roma aus dem Burgenland waren hier gefangen. Als Typhus ausbrach, wurden alle in das Vernichtungslager Kulmhof/Chełmno deportiert und dort ermordet. Der Dokumentarfilm lässt Zeugen zu Wort kommen und berichtet, wie Menschen sich damals verhielten: Täter, Opfer und „Zuschauer“ (bystanders), aber auch wie die damaligen Geschehnisse bis heute in aller Heftigkeit nachwirken. Die Regisseurin begleitet ihre beiden Hauptprotagonisten Natan Grossmann und Jens-Jürgen Ventzki auf ihrer Spurensuche ins heutige Łódź. Natan Grossmann (Jahrgang 1927) verdrängte jahrelang seine Erinnerungen an die Zeit der Gefangenschaft im Ghetto und vermied es, die Umstände des Todes seiner Eltern und das Schicksal seines Bruders zu ergründen, der 1942 im Ghetto verschwand. Nun aber beginnt Grossmanns späte Suche nach Antworten und eine emotionale Konfrontation mit der Vergangenheit. Auch Jens-Jürgen Ventzki (Jahrgang 1944) begibt sich nach Łódź, denn auch ihn treibt die eigene Familiengeschichte an. Der Sohn des ehemaligen Oberbürgermeisters der Stadt ringt mit den beiden widersprüchlichen Facetten seines Vaters: Liebevolles Familienoberhaupt einerseits, ranghoher Nationalsozialist und Täter andererseits. - Im Zuge der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit kommt es zu Begegnungengen, die die beiden Männer nicht für möglich gehalten hätten



Koop.: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden (Westf.) e.V.

www.gcjz-minden.de

und Wilhelm-Fraenger-Gesellschaftb e.V./Potsdam 

www.fraenger.ne


















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Das Modellprojekt zur Bildungsförderung von Sinti und Roma

Mer Ketne Wir zusammen! 

wird gefördert von der Stiftung

evz Erinnerung, Verantwortung, Zukunft


und unterstützt von der Evangelischen Kirche von Westfalen